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Kaarst: Dreck-Ecken per Handy melden

Kaarst : Dreck-Ecken per Handy melden

Sowohl SPD als auch Grüne wollen für Kaarst ein modernes Mängelmeldersystem einführen. Über ein Smartphone oder das Internet könnten Bürger Schlaglöcher, defekte Laternen oder wilde Müllkippen direkt an die Stadt senden.

In Dormagen ist das bundesweite Pilotprojekt gut angekommen: Wer sich dort zum Beispiel über ein Schlagloch im Asphalt, über eine mit Farbe beschmierte Wand oder eine wilde Müllkippe am Straßenrand ärgert, kann einen entsprechenden Hinweis seit August ganz einfach mit seinem Smartphone an die Stadt weitergeben.

Auf einer Karte gibt es Symbole für die jeweilige Meldung. Foto: Screenshot

Diese Möglichkeit wird auch intensiv genutzt. Der menschliche Mängelmelder macht mit seinem Handy ein Foto, beschreibt das Problem kurz und sendet die Information über eine für den Bürger kostenlose Handy-App an eine E-Mail-Adresse der Stadt. Per GPS erhält die Verwaltung zeitgleich eine exakte Positionsangabe der Problemstelle.

Anträge im Hauptausschuss

Umgekehrt können die Bürger im Internet (www.maengelmelder.de) jederzeit den aktuellen Bearbeitungsstand einsehen. Die kostenlosen Mängelmelder-Apps gibt es sowohl für iPhones als auch für sogenannte Android-Smartphones. Wer kein modernes Mobiltelefon besitzt, kann seine Anliegen auch vom Computer aus senden.

Sowohl SPD als auch Grüne wollen so ein Mängelmeldersystem auch in Kaarst einführen. Beide Fraktionen haben einen entsprechenden Antrag für die nächste Sitzung des Hauptausschusses am 20. Oktober gestellt. "Die Resonanz im ersten (Ferien-)Monat zeigt, dass die App von den Bürgern angenommen wird", sagt Grünen-Chef Christian Gaumitz. "Die Stadt Kaarst sollte dem positiven Beispiel aus Dormagen folgen und im kommenden Jahr ebenfalls einen solchen Service anbieten."

Vorteile für die Verwaltung sieht die SPD in vielerlei Hinsicht: Doppelmeldungen, heißt es, würden über dieses System vermieden, weil der Erfasser bereits gemeldete Fälle angezeigt bekommt. Die Meldung liege dann bereits in digitaler Form vor und könne so problemlos innerhalb des Hauses weitergeleitet werden. Die Darstellung, so die Sozialdemokraten, sei öffentlichkeitswirksam, weil die geleistete Arbeit transparent im Internet gemacht wird. Und für die Nutzung der Grundfunktionen entständen der Stadt keine Kosten. Sie müsse lediglich eine zentrale Adresse einrichten.

Der Dienstleister "Wer denkt was" bietet sowohl eine kostenlose als auch eine kostenpflichtige Version des Mängelmelders an. In der Gratisgrundversion ist die App, die Vorprüfung der Meldung sowie die Dokumentation auf der Seite www.maengelmelder.de enthalten. Über die kostenpflichtige Aufbauversion "Mängelmelder pro" kann das System laut Anbieter an die spezifischen Bedürfnisse der Kommune angepasst und zum Beispiel in die eigene Homepage der Stadt eingebettet werden. Dormagen zahlt für den Dienst derzeit 35 Euro monatlich und noch einmal 80 Cent für jede bearbeitete Meldung.

(NGZ)