Kaarst: DLRG probt den Ernstfall

Kaarst: DLRG probt den Ernstfall

Mit großem Aufwand haben sich die Kaarster Lebensretter von der DLRG auf ein mögliches Unglück vorbereitet. Bei der Katastrophen-Übung waren insgesamt rund 120 Personen beteiligt - das erste Fazit fällt positiv aus.

Bei Rettungskräften gibt es einen Grundsatz, der letztlich auch im Theater seine Anwendung findet: Eine verpatzte Generalprobe garantiert den erfolgreichen Ernstfall. Und dennoch hofften die Führungskräfte der Kaarster DLRG auf möglichst wenige Fehler ihrer Kollegen, als sie am frühen Samstagmorgen das Signal zur Großübung am Baggersee unweit des Kaarster Autobahnkreuzes gaben. "Schließlich sind wir seit Oktober mit den Vorbereitungen beschäftigt", so Dirk Vogel, der die Oberaufsicht über alle Beteiligten führte.

Wenige Minuten später war aber auch er nur noch ein aufmerksamer Beobachter dessen, was sich auf, im und um das nur wenige Grad warme Wasser abspielte. Eine eigens für diese Übung konstruierte Fähre ging mit einem lauten Knall in Flammen auf, Rauch schlug aus dem Motorenraum. Kopfüber stürzten sich die brennenden Passagiere von Deck ins Wasser, rund 20 Verletzte galt es zu bergen.

Knapp zehn Minuten nach der Alarmierung traf der 44-köpfige Rettungszug am Einsatzort ein und verschaffte sich erst einmal einen Überblick. Für die im Wasser treibenden Personen wurden die Minuten — trotz wärmendem Lebensanzug — quälend lang, ehe die ersten Boote zu Wasser gelassen wurden. Dann aber arbeitete der Zug unter der Leitung von Manuel Bremen und vor den Augen von Ursel Meis, Vorsitzende des Kreisausschusses für Katastrophenschutz und Rettungswesen, zielgerichtet und effektiv.

"Es geht uns darum, junge Führungskräfte an die Truppe und Großeinsätze heranzuführen", erklärt Dirk Vogel. Und dafür war der DLRG fast keine Mühe zu groß, griffen die Kaarster Wasserretter auf die Unterstützung des THWs und der Freiwilligen Feuerwehr zurück. Wasserminen detonierten, auf dem Wasser schwamm ein Feuerteppich. "Die können sich richtig austoben", schmunzelte Vogel angesichts der pyrotechnischen Effekte.

Viel Rauch für eine Übung also — doch Vogel sieht durchaus weitergehende Notwendigkeiten für Probeläufe dieser Dimension. "Wenn in Kaiserswerth die Autofähre sinkt, wird die Kaarster DLRG in Marsch gesetzt. Wir müssen also auf solche Situationen vorbereitet sein und wollen auch testen, wie die Zusammenarbeit mit den anderen Hilfsorganisationen funktioniert." Die kommenden Tage werden dementsprechend von gründlicher Aufarbeitung geprägt sein. "Aber unser erstes Fazit ist positiv", so Vogel.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kaarst: Großübung der DLRG

(NGZ)