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Kaarst: Die Mobilität der Kaarster wird erforscht

Kaarst : Die Mobilität der Kaarster wird erforscht

Kaarster Haushalte gehören zu den insgesamt 130 000 im Bundesgebiet, die für eine Mobilitätsstudie befragt werden.

Post von der Technischen Universität Dresden – mehr als 300 Kaarster hatten sie in diesem Jahr bereits im Briefkasten. Ende 2013 soll sie insgesamt 1000 Haushalte erreicht haben. Die Stadt gehört zum Forschungsgebiet einer Befragung zur "Mobilität in den Städten". Das Leipziger Institut Omnitrend führt die Befragung im Auftrag der Universität durch. Zum Untersuchungsraum gehören über 300 Städte, Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften in Deutschland.

Rund 130 000 Bürger sollen an der Befragung mitwirken. Die Adressen der Haushalte wurden aus dem Einwohnermelderegister per Zufallsverfahren gezogen. Die Fragen richten sich an alle dort lebenden Personen, sie reichen von der Anzahl der Pkw über die Häufigkeit der Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs bis hin zum gesamten Ablauf eines vorgegebenen Stichtags.

Ob zu Fuß, mit dem Auto, mit Bus oder Bahn – jede Form der Mobilität und die zurückgelegten Entfernungen werden abgefragt. Auch Menschen, die wenig unterwegs sind oder gar nicht ihre Wohnung verlassen, sind von Interesse für die Befragung. Die Studie über das Verkehrsverhalten der Deutschen wird seit dem Jahr 1972 nun zum zehnten Mal fortgeschrieben.

"Die Langzeitstudie zeigt, dass sich das Verkehrsverhalten immer wieder ändert. Zum einen bewegen sich die Leute umweltbewusster und nutzen mehr das Fahrrad oder die Bahn. Aber für Kaarst spielt es auch eine Rolle, dass die Bevölkerung älter geworden und die Zahl der Berufspendler weniger geworden ist", sagt der Technische Beigeordnete Manfred Meuter. Er selbst komme oft mit dem Fahrrad von Zuhause zum Rathaus und habe festgestellt, dass ihm inzwischen mehr Menschen auf dem Rad entgegen kommen als früher. "Mein Eindruck ist, dass neben Schülern vor allem Frauen auch für längere Strecken das Fahrrad nutzen."

Ein anderes Beispiel für das veränderte Mobilitätsverhalten der Kaarster lässt sich an Zahlen belegen: Etwa 7000 Personen am Tag steigen in Kaarst in die Regiobahn ein oder aus, als noch die Deutsche Bahn auf der Strecke verkehrte, waren es zuletzt nur etwa 500. Die erhobenen Daten zum Verkehrsverhalten tragen dazu bei, den aktuellen Stand des Verkehrsgeschehens in den Kommunen zu bewerten und in Entscheidungen über planerische Vorhaben einfließen zu lassen. Die von der TU Dresden entwickelte einheitliche Erhebungsmethodik ermöglicht einen umfassenden Städtevergleich.

Zwischenergebnisse liegen der Stadt nicht vor, die hohe Rücklaufquote aus den bereits befragten Haushalten lässt darauf schließen, dass die Bürger gegenüber dem Thema Mobilität und Verkehr aufgeschlossen und zur Mitwirkung bereit sind, heißt es. Die TU Dresden wird die Ergebnisse voraussichtlich im Herbst 2014 veröffentlichen und zunächst den beteiligten Kommunen und Auftraggebern zur Verfügung stellen.

(NGZ)