Kaarst: Die ersten Seniorenbeauftragten

Kaarst : Die ersten Seniorenbeauftragten

Der Stadtrat hat Hans-Dieter Schmitz am Donnerstag zum offiziellen Seniorenbeauftragten bestellt. Für die Kaarster soll er künftig Ansprechpartner für alle Seniorenfragen sein. Er arbeitet ehrenamtlich und überparteilich. Stellvertreter sind Heide Lohse und Volker Zachel.

Es war eine grundlegende Entscheidung, die der Stadtrat am Donnerstagabend getroffen hat. Sogar "eine Weichenstellung in der Frage, wie Kaarst in Zukunft mit dem Thema Seniorenpolitik verfährt". So formulierte es Ratsmitglied Robert Begerau (Grüne) und bezog sich damit auf die Bestellung des ersten, offiziellen Kaarster Seniorenbeauftragten Hans-Dieter Schmitz sowie dessen Stellvertreter Heide Lohse und Volker Zachel.

Begerau ist, wie seine Fraktionskollegen und ein Großteil der FDP-Fraktion, der Auffassung, dass der Zug mit dieser Entscheidung in die völlig falsche Richtung fährt. "Uns fehlt die Ausgewogenheit bei der Besetzung", sagte Grünen-Fraktionschef Christian Gaumitz. Dass der Seniorenbeauftragte und seine Stellvertreter aus der Mitte des bereits bestehenden Arbeitskreises Seniorenpolitik hervorgingen, sei nicht Sinn der Sache. "Ich sehe keine Impulse, die von den handelnden Personen ausgehen können."

FDP und Grüne hatten in der Vergangenheit die Einrichtung eines Seniorenbeirats beantragt, waren aber an der politischen Mehrheit gescheitert. Die Frage, ob ein solch zusätzliches, parteipolitisch neutrales, überkonfessionelles und wirtschaftlich unabhängiges Gremium, dessen Vertreter auf Zeit gewählt werden, für Kaarst sinnvoll ist, wird seit Jahren diskutiert. CDU und SPD sprachen sich zuletzt für die "kleinere" Variante eines Seniorensprechers beziehungsweise -beauftragten mit der Begründung aus, Kaarst habe bereits mehrere politische Gremien, die sich erfolgreich mit Seniorenpolitik beschäftigten.

Schmitz, Lohse und Zachel, sagte SPD-Vizefraktionschefin Anneli Palmen am Donnerstag im Rat, gewähre die SPD einen gewissen Vertrauensvorschuss. Für unglücklich halte man allerdings die Tatsache, dass mit Volker Zachel (FDP) auch ein Ratsmitglied bestellt worden sei. Heide Lohse ist Schriftführerin im Vorstand der Senioren-Union, Hans-Dieter Schmitz Kassierer bei der Kaarster Zentrumspartei.

Schmitz freut sich auf seine neue Aufgabe. "Ältere Menschen und ihre Angehörigen haben oft keine geeigneten Ansprechpartner, wenn es um generationsspezifische Anliegen geht", sagt er. Die zentrale Beratung sei deshalb ein wichtiges Aufgabenfeld des Seniorenbeauftragten. Genauso: die Initiierung, Förderung und Koordinierung von Ehrenamtlichen, Selbsthilfe- und Initiativgruppen. Als dritte Aufgabe kommt der Koordination und Moderation der städtischen Seniorenarbeit eine große Bedeutung zu. "Mein ganz persönliches Anliegen ist es, in Angelegenheiten der Senioren jederzeit Ansprechpartner zu sein, was bedingt, dass die Betroffenen, wie auch Verbände, Politik und Verwaltung eine konkrete Person vor Augen haben. Hierin", sagt Schmitz, "liegt meines Erachtens auch der Vorteil gegenüber einem Seniorenbeirat, weil Gremien mit wechselnden Personen und Zuständigkeiten oft einen anonymen Charakter vermitteln."

(NGZ/rl)
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