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Kaarst: Der neue Pfarrer für Kaarst

Kaarst : Der neue Pfarrer für Kaarst

Im Sommer wird Peter Seul seinen Dienst in der katholischen Pfarreiengemeinschaft aufnehmen. Der 47-jährige promovierte Theologe ist derzeit Dozent am Kölner Priesterseminar. Kaarst kennt er schon vom Vorbeigehen.

Kaarst – an seiner neuen Heimat ist Pfarrer Peter Seul bereits mehrfach zu Fuß vorbeigekommen: seit 20 Jahren jedes Jahr einmal, immer dann, wenn die Kölner Kevelaer-Bruderschaft von 1672 ihre Fußwallfahrt nach Kevelaer unternommen hat. An der Wallfahrt nimmt Seul seit 20 Jahren teil. Auf dem Weg hinauf an den Niederrhein ist Kaarst immer eine der ersten Stationen. Für den 47 Jahre alten Priester aus Köln ist das ein sehr schöner Zufall, denn neu anfangen, sagt er selber, ist leichter, wenn nicht ausnahmslos alles fremd erscheint.

Axel Werner Foto: mreu

Als Nachfolger von Monsignore Josef Brans wird Peter Seul im Sommer seinen Dienst in der Pfarreiengemeinschaft Kaarst/Büttgen antreten. Die offizielle Einführung ist für Ende August geplant. Seul übernimmt die Aufgaben von Monsignore Axel Werner, der als Pfarrverweser derzeit die "Geschäfte" der zusammenwachsenden Gemeinden führt. Für Seul ist es die erste Pfarrstelle. Als Referent für Priesterfortbildung und Dozent für Homiletik am Priesterseminar in Köln bereitet er bislang junge Geistliche auf ihr Berufsleben vor. Von der lehrenden Tätigkeit im Konvikt zur Arbeit mitten im Leben: Ein Neuanfang, sagt der 47-Jährige, sei Kaarst also nicht nur in örtlicher Hinsicht. Kaarst wird für ihn – wieder – eine ganze neue Aufgabe.

Nach dem Theologiestudium in Bonn und München wurde Peter Seul 1991 im Hohen Dom zu Köln zum Priester geweiht. Danach war er Kaplan in Brauweiler, in Euskirchen und in Solingen. 2002 promovierte er zum Doktor der Theologie und übernahm im gleichen Jahr die Arbeit im Priesterseminar. Zeitgleich arbeitet Seul derzeit als Seelsorger an der Münsterkirche in Bonn.

Dass er irgendwann einmal "Etwas mit Religion" zum Beruf machen würde, wusste der gebürtige Kölner bereits schon als Kind. "Ich war Messdiener und in der Jugendarbeit aktiv", sagt er. Meine Mutter war damals eine der ersten Kommunion-Katechetinnen. Sie hat mir immer ein praktisch orientiertes Christentum vorgelebt."

Praktisch orientiertes Christentum – für Peter Seul bedeutet das in erster Linie die nachvollziehbare Übereinstimmung von Wort und Tat. Freundlichkeit und Glaubwürdigkeit im Umgang mit den Menschen, sagt er, sei seine Maxime. Im Priesterseminar versucht er das zu vermitteln, in Kaarst will er es selber umsetzen. "Die Pfarreiarbeit", sagt Seul, "bietet die gesamte Bandbreite meines Berufes, auch, wenn ich mich in viele Sachen sicher erst einarbeiten muss." Das Schützenwesen zum Beispiel, dem er als Präses der Kaarster Bruderschaften künftig angehöre, sei ihm tatsächlich noch weitestgehend unbekannt. "Ich sehe das so: Man springt auf einen fahrenden Zug auf, den andere vorher in Gang gesetzt haben. Und darauf, das kann ich sagen, freue ich mich."

(NGZ)