Kaarst: Der lange Weg zum perfekten Krippenspiel

Kaarst: Der lange Weg zum perfekten Krippenspiel

Bei den Proben für die Aufführungen am Heiligen Abend in Sankt Martinus herrscht höchste Konzentration. Morgen soll es perfekt sein.

Maria und Josef sind unterwegs nach Bethlehem - ein paar Tage vor Weihnachten sind sie schon mal in der Sankt Martinus Kirche an der Rathausstraße angekommen. Denn dort laufen unter Leitung von Kantorin Annika Monz die Proben für gleich zwei Aufführungen am Heiligen Abend auf Hochtouren: "Der Weihnachtsstern" von Marcus Pfister und Detlev Jöcker, gesungen von den vier- bis achtjährigen Mitgliedern des Kinderchores, wird in der Krippenfeier erstrahlen.

Der Chor setzt die Geschichte vom Stern, der allen Menschen und Tieren den Weg zur Krippe zeigt, mit Begeisterung um. "Weihnachtsstern bist uns nah und doch so fern", singt er mit Inbrunst. Lampenfieber scheint hier nicht aufzukommen. Erzählerin Finja überprüft ihren Text mit einem schnellen Blick ins Heft. Mia als Maria und Nelson als Josef wiegen liebevoll das Puppenbaby Jesus und betrachten es auch so - wie in der Anweisung. Das Verbeugen will ebenfalls gelernt sein - auf Kommando drei neigen alle den Oberkörper. Doch auch für menschliche Bedürfnisse ist noch Platz: "Der nächste Stern kann auf die Toilette gehen", ruft Annika Monz zwischendurch.

"Das Krippenspiel" von Gerd-Peter Münden werden die neun bis zwölf Jahre alten Mitglieder des Ensembles "MarTeenies" in der Familienchristmette lebendig werden lassen. Es erzählt die klassische Herbergssuche und das Ereignis von Jesu Geburt. Mit Augenzwinkern: Die Frau des Wirts will der hochschwangeren Maria helfen - schließlich hat sie als bereits zehnfache Mutter viel Erfahrung. Da muss selbst Darstellerin Lena lachen - sie ist zehn Jahre alt. Maria (Alexandra) krümmt sich "fachgerecht", während sich Josefs (Jakobs) glockenheller Sopran bis zur Kirchendecke schraubt .Alexandra und Jakob sind "alte Hasen" und seit ihrem vierten Lebensjahr bei Krippenspielen dabei. Trotzdem sind sie ein bisschen aufgeregt.

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"Wir üben viel zu Hause, weil wir ja alle Texte auswendig können müssen", erzählen sie. Die Hirten Felix, Niklas und Sebastian ergänzen: "Die Lieder lernt man allerdings schneller als die Texte!" Niklas singt erst seit zwei Wochen mit und fiebert seinem ersten Auftritt entgegen. Annika Monz achtet darauf, dass alle Liedtexte gut zu verstehen sind: "Ihr müsst euren Mund bewegen", gibt sie den entscheidenden Tipp. Spaß und Spielfreude der Kinder durchströmen schon die Proben - sie seien auf einem guten Weg, meint die Kirchenmusikerin.

Sie übt mit ihren Schützlingen seit Ende der Herbstferien. "Ich bin sehr zufrieden mit den Kindern. Sie haben gute Ideen zur szenischen Umsetzung", lobt sie. Mit neuen Mikrofonen und Headsets sei die technische Ausstattung auf dem aktuellen Stand. Trotz der relativ begrenzten Probenzeit durch den kurzen Advent "sitzen" die Stücke inzwischen. Am Schluss noch schnell Einzelheiten der Requisiten klären - "die Hirten bitte Weste und Hut anziehen", sagt Annika Monz - und den Termin für die letzte Probe absprechen. "Ich bin selbst auch ein bisschen aufgeregt", gibt sie mit einem Schmunzeln zu.

(NGZ)