Kaarst: Der Generationen-Supermarkt

Kaarst : Der Generationen-Supermarkt

"Generationenfreundliches Einkaufen" – das hat der Rheinische Einzelhandels- und Dienstleistungsverband dem Rewe-Markt an der Neusser Straße bescheinigt. Auf die Bedürfnisse älterer Mitmenschen wird besonders geachtet.

"Generationenfreundliches Einkaufen" — das hat der Rheinische Einzelhandels- und Dienstleistungsverband dem Rewe-Markt an der Neusser Straße bescheinigt. Auf die Bedürfnisse älterer Mitmenschen wird besonders geachtet.

Deutschlandweit gibt es rund 2000, in NRW gerade mal 150 und im Rhein-Kreis seit Donnerstag genau ein Geschäft, das für "Generationenfreundliches Einkaufen" zertifiziert worden ist — und das ist in Kaarst. Rewe Röttcher auf der Neusser Straße wurde vom Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband geprüft und für gut befunden. Das Qualitätszeichen ist mit Bundes- und Landesministerien, Verbänden und Unternehmen sowie der Initiative "Wirtschaftsfaktor Alter" entwickelt worden.

Dass das orangefarbene Signet mit der stilisierten Einkaufstüte auf Rädern jetzt an der Tür des Marktes klebt, ist kein Zufall: Für Inhaber Thomas Röttcher (42) stand von Anfang an fest, dass sein Geschäft auf die besonderen Bedürfnisse aller Generationen ausgerichtet sein soll.

Dass sein Konzept aufgeht, beweist unter anderem die Kundin Rita Dombrowski: Die 74-Jährige ist nur mit Hilfe eines kleinen Elektroscooters mobil. "Früher", erinnert sie sich, "musste ich andere bitten, für mich einzukaufen". Dank der breiten Gänge kann sie mit ihrem Elektromobil in den Supermarkt reinfahren. Thomas Röttcher hat sein Personal angewiesen, auf Menschen mit Handicap besonders zu achten — Rita Dombrowski bestätigt diesen Service: "Wenn ich irgendwo nicht ran kommen, brauche ich nur zu winken, und schon hilft mir jemand."

Röttcher, der nach genau einem halben Jahr als Inhaber des Marktes eine positive Bilanz zieht, hat auch an viele andere Dinge gedacht, die ihm jetzt bei der Zertifizierung mächtig Punkte brachten. So gibt es spezielle Einkaufswagen, die mit Rollatoren kompatibel sind, in den Regalen finden sich nicht nur große Familienpackungen, sondern auch Portionen für Einpersonenhaushalte.

Alles ist barrierefrei zu erreichen, die Gänge sind breit, es gibt eine Behindertentoilette ebenso wie einen Wickeltisch. Und wenn Thomas Röttcher von "seiner Familie" spricht, meint er nicht nur Ehefrau Britta, die in der Metzgerei arbeitet und Sohn Philipp, der sich im Geschäft nützlich macht: Alle, egal, ob sie Regale einräumen oder saubermachen, sind Angestellte von Thomas Röttcher.

(NGZ/rl)