Kaarst: Der dienstälteste Bürgermeister ist tot

Kaarst: Der dienstälteste Bürgermeister ist tot

Kaarst Ohne Parteibuch kam Heinz Klever 1966 nach Kaarst. Zwei Jahre später wurde er Bürgermeister - und blieb 31 Jahre lang in diesem Amt. Jetzt ist Heinz Klever tot. Er starb am Donnerstag im Krankenhaus.

Kaarst Ohne Parteibuch kam Heinz Klever 1966 nach Kaarst. Zwei Jahre später wurde er Bürgermeister - und blieb 31 Jahre lang in diesem Amt. Jetzt ist Heinz Klever tot. Er starb am Donnerstag im Krankenhaus.

Klever war schon seit einiger Zeit erkrankt, doch gerade in den vergangenen Monaten konnte man ihn häufig bei guter Laune durch die Innenstadt spazieren gehen und in der Rathausgalerie seinen Kaffee trinken sehen. Für viele kam es unerwartet, dass Heinz Klever am Donnerstag gestorben ist.

Mit 31 Dienstjahren als Bürgermeister stellte Klever einen Rekord auf: der dienstälteste Bürgermeister in ganz Nordrhein-Westfalen. 1966 zog Klever von Düsseldorf aus auf die andere Rheinseite nach Kaarst.

Dann ging alles ganz schnell: Der Handwerksmeister ohne Parteibuch besuchte eine Versammlung der CDU, wurde noch 1966 Parteimitglied, rückte auf die Reserveliste des damaligen Gemeinderates auf. Und keine zwei Jahre später war Heinz Klever Kaarster Bürgermeister. Wobei Klever selbst einräumte, dass er eigentlich gar nicht vorhatte, das Amt zu übernehmen. Dass es anders kam, hat Klever nicht bereut. Im Gegenteil.

Denn Klever brachte die Tatkraft mit, die nötig war, um das damals noch kleine Kaarst zu dem zu machen, was es heute ist. Klever hat entscheidend dazu beigetragen, dass sich Kaarst vom Ort mit dörflichem Charakter zur modernen, weltoffenen Stadt entwickelte. Aufgaben gab es genügend zu bewältigen.

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Die Bevölkerung wuchs rapide, Kindergärten, Schulen, Straßen mussten gebaut werden. Verbundenheit mit seiner Heimatstadt, aber auch der Blick über den Tellerrand hinaus haben die Anstrengugen Klevers erfolgreich werden lassen. So war Heinz Klever dafür bekannt, nicht nur bei den Schützen in Kaarst und Neuss, sondern auch in seiner alten Heimatstadt Düsseldorf mitzumischen.

Ob Karneval oder Städtepartnerschaft - der Bürgermeister mit der Rekord-Amtszeit war mit Hirn und Herz dabei. Zu Recht stolz war der langjährige Bürgermeister, dass sein Engagement im Jahr 2003 durch das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse gewürdigt wurde. 17 Jahre zuvor hatte er bereits das Bundesverdienstkreuz am Bande bekommen. Für seinen vielfältigen ehrenamtlichen Einsatz erhielt die "echte, rheinische Frohnatur", wie ihn der damalige stellvertretende Landrat Hermann-Josef Dusend auszeichnete, die zweite Ehrung.

Besondere Freude im Gesicht stand Klever auch immer dann, wenn es um Spielzeugeisenbahnen ging. Sobald sich die metallenen Eisenbahnen über die Schienen bewegten, war der Altbürgermeister mit ganzem Herzen dabei. Letzteres gilt auch für die Städtepartnerschaft zwischen Kaarst und La Madeleine.

1989 wurde die Partnerschaft der deutschen und französischen Stadt mit Bruderkuss der beiden Bürgermeister besiegelt. Und bis zu seinem Tod war Heinz Klever einer derjenigen, die sich immer noch mit ganzem Herzen um den Fortbestand der Städtepartnerschaft bemühten.

Als die Doppelspitze 1999 abgeschafft wurde, ging Klevers Amtszeit als Bürgermeister zu Ende. Er wurde Stellvertreter, setzte seine Arbeit im Kaarster Stadtrat für die CDU-Fraktion fort. Bei der jüngsten Kommunalwahl war Klever nicht mehr angetreten, seine Ratsmitgliedschaft endete. Als Anerkennung für seine Verdienste wurde er zum Ehrenbürgermeister ernannt. Seinen großen Wunsch für die Zukunft der Stadt Kaarst und seiner Bürger formulierte er so: "Kaarst soll eine bürgerfreundliche Stadt bleiben, in der wir auch weiterhin gerne wohnen."

(NGZ)
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