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Kaarst: Den Mafia-Mördern auf der Spur

Kaarst : Den Mafia-Mördern auf der Spur

Kaarst Am Freitagmorgen, 5.30 Uhr: Ein Einsatztrupp der Mordkommission stürmt eine Pizzeria in Holzbüttgen. Scheiben klirren, die maskierten Männer mit schwarzen Helmen dringen in das Gebäude ein, durchsuchen innerhalb von 15 Minuten die Räume. Das berichtete am Freitag Augenzeuge Osman Özgün. "Es ging alles ganz schnell. Mehrere Anwohner standen ebenfalls an den Fenstern und beobachteten das Geschehen."

Kaarst Am Freitagmorgen, 5.30 Uhr: Ein Einsatztrupp der Mordkommission stürmt eine Pizzeria in Holzbüttgen. Scheiben klirren, die maskierten Männer mit schwarzen Helmen dringen in das Gebäude ein, durchsuchen innerhalb von 15 Minuten die Räume. Das berichtete am Freitag Augenzeuge Osman Özgün. "Es ging alles ganz schnell. Mehrere Anwohner standen ebenfalls an den Fenstern und beobachteten das Geschehen."

Wenn auch viel von Nachbarn gesehen wurde - Auskünfte werden kaum gegeben: "Wir haben die Anweisung vom Chef: Unser Team ist nicht zu sprechen", sagt der Metzger in einem nahe gelegenen Supermarkt. Die Angst vor der Mafia geht um. Derweil sind noch drei Ermittler an den beiden Lieferfahrzeugen der Pizzeria akribisch mit der Spurensicherung beschäftigt.

Leere Coladosen werden begutachtet, die Innenverkleidung des kleinen Autos wird nach verdächtigen Spuren untersucht. Die drei Ermittler sind in Zivil - doch sie fallen trotzdem sofort ins Auge. Sie haben nämlich Latexhandschuhe an, und an der Hüfte klemmt die Pistole. Gaffer gibt es kaum. Denn der eigentlich spektakulär aussehende Sturm der Spezialisten in schwarzer Kleidung und dunklen Helmen ist schon seit vielen Stunden beendet.

Der ungewöhnliche Einsatz am frühen Morgen hatte folgenden Hintergrund: Spuren des Mafia-Mordes in Duisburg, bei dem in der Nacht auf den 15. August sechs Menschen getötet wurden, führen nach Kaarst. Zwei Pizzerien und ein Wohnhaus wurden durchsucht - und zwar in Kaarst und in Holzbüttgen. Auch in anderen Städten waren Sonderermittler im Einsatz - nach Informationen der NGZ unter anderem in Duisburg und Mönchengladbach.

Die Duisburger Polizei hüllte sich gestern allerdings in Schweigen: "Der Einsatz der Beamten in Kaarst hängt mit den Morden in Duisburg zusammen. Ansonsten: kein Kommentar", sagte Polizeipressesprecher Heinrich Rothering. Indizien sprechen für einen Zusammenhang mit dem Mord: Wer auf die Homepage eines der Pizzeria-Betreiber schaut, entdeckt dort denselben Namen, den eines der Mordopfer hatte.Möglicher Verdacht: Es ist ein Bruder des Ermordeten.

Was wurde bei den Durchsuchungen gefunden? Auch diese Frage beantwortet die Polizei sehr zurückhaltend: "Bei den Durchsuchungen wurden Fahrzeuge und andere Gegenstände sichergestellt. Die kriminaltechnische Untersuchung dieser Gegenstände hat begonnen und wird einige Zeit in Anspruch nehmen", so die knappe Auskunft vom Duisburger Polizeipressesprecher Hermann-Josef Helmich, der bei seiner Formulierung kein Wort von der kurz und knapp gehaltenen Pressemitteilung der Polizei abweicht. Dann wird er auf Nachfrage doch noch ein klein wenig informativer: "Die Auswertungen werden sicherlich noch weit über das Wochenende hinausgehen."

In der Pizzeria in Holzbüttgen sind seit einigen Tagen sowieso weder Pasta noch Pizza zu bekommen: "Wir haben vom 16. bis 30 August Urlaub", hängt dort ein handschriftlich verfasster Zettel. Auch die andere Pizzeria, die in Kaarst durchsucht wurde, hat zurzeit wegen Urlaubs geschlossen.

Am Samstag in der NGZ:

Interview Osman Özgün

(NGZ)