Das Hanmaum-Zen-Zentrum ist das einzige seiner Art in Europa.

Buddhistisches Zentrum Kaarst : Buddha in Kaarst – einzigartig in Europa

Das Hanmaum-Zen-Zentrum ist das einzige seiner Art in Europa. Das zieht nicht nur Menschen aus der Region an. Das Ehepaar Epple wohnt in Berlin und kommt nur für Buddha alle zwei bis drei Wochen nach Kaarst.

Bettina Münch-Epple und ihr Ehemann Hans-Jörg Epple wohnen in Berlin, kommen aber alle zwei bis drei Wochen nach Kaarst, genauer gesagt an die Broicherdorfstraße 102. Gegenüber dem Wohnpark befindet sich seit Oktober 1996 das einzige Hanmaum-Zen-Zentrum in Europa. „Wir haben hier unsere geistige Heimat gefunden“, sagt die 52-Jährige.

Der Orden war in Südkorea von der Zen-Meisterin Daehaeng Kunsunim im Jahre 1976 gegründet worden. Ihr Credo: „Lebe mit offenem und gelassenem Herzen, ohne an etwas festzuhalten – dies entspricht unserer wahren Natur.“ Menschen, die sich für den Buddhismus interessieren, haben zahlreiche Möglichkeiten, mit dem Hanmaum-Zen-Zentrum Kontakt aufzunehmen. Bei Kaarst Total wird am Sonntag von 13 bis 14 Uhr ein Chor auf der Moll-Bühne auftreten. Und ein Samulnori-Meister wird aus Südkorea anreisen, um die traditionelle koreanische Percussionsmusik zu präsentieren.

Geleitet wird die Dependance in Kaarst seit ihrer Gründung von Haejin Sunim. Sie wird von insgesamt sechs Nonnen unterstützt. Vier von ihnen sind direkte Schülerinnen von Daehaeng Kunsunim, die 2012 ins große Nirwana eingegangen ist – ein Jahr zuvor war sie noch in Kaarst gewesen, es war ihr insgesamt dritter Besuch in dem geräumigen Bungalow, dessen Schwimmbad zur Buddha-Halle umfunktioniert worden ist.

Das Hanmaum Zen Zentrum ist geöffnet für Menschen jeden Glaubens. Bettina Münch-Epple zum Beispiel ist streng katholisch erzogen worden. Aber erst in Kaarst, sagt sie, habe sie einen „direkten Zugang zum Glauben gefunden“. Das Leben in der Gemeinschaft ist geprägt von drei Zeremonien, und es ist nichts für passionierte Langschläfer: Um fünf Uhr geht es mit der Morgenzeremonie los, es folgt um 11 Uhr die Mittags- und um 17 Uhr die Abendzeremonie. Groß gefeiert wird jedes Jahr Buddhas Geburtstag, und zwar meistens im Mai – das genaue Datum richtet sich nach dem Mondkalender. „Das Erntedankfest im September ist für die Koreaner ein bisschen so wie in Deutschland das Weihnachtsfest“, sagt Haejin Sunim. Die Kinder, die sich dabei als Zeichen der Ehrerbietung vor den Eltern und Großeltern verbeugen, bekommen lediglich Süßigkeiten geschenkt, keine Smartphones oder Tablet-PCs. „Das Leben ist unser Geschenk“, erklärt Haejin Sunim. Der Jahreswechsel wird Ende Januar bis Anfang Februar gefeiert, auch hier bestimmt der Sonnenkalender das genaue Datum.

Fest steht schon jetzt ein anderes Datum: Am 29. September gibt es das 4. Kaarster Glaubensgespräch mit Vertretern des Hanmaum Zen Zentrums. Außerdem mit dabei: Die evangelische Pfarrerin Maike Neumann und Prior Pater Bruno vom Zisterzienserkloster Langwaden. „Die Veranstaltung ist nicht als interreligiöser Dialog gedacht, es geht um konkrete Probleme wie zum Beispiel den Umgang mit Tod oder Krankheit“, erklärt Bettina Münch-Epple. Und sie weist noch auf folgenden Termin hin: „Am 9. November unterstützen wir Pfarrerin Maike Neumann beim Friedensgebet in der Lukaskirche.“

Übrigens: Der Hanmaum Seon Orden ist einer der größten Orden in Südkorea. Die „Nebenstelle“ in Kaarst wird durch das koreanische Mutterzentrum und durch Spenden finanziert.

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