1. NRW
  2. Städte
  3. Kaarst

Kaarst: Das Ende der Dreifachturnhalle

Kaarst : Das Ende der Dreifachturnhalle

Seit dem 19. Juli laufen die Abrissarbeiten. Zwei Spezialbagger machen das 70er-Jahre-Gebäude dem Erdboden gleich. Ist die alte Halle weg, wird mit dem Neubau begonnen. Über dessen Kosten wird derzeit diskutiert.

Ein bisschen wehmütig sieht Nikolaus Roster schon aus, als er über das Schlachtfeld blickt, das bis vor kurzem noch sein Arbeitsplatz war. Ein Jahr lang hat sich der städtische Angestellte um die Hausmeisterarbeiten in und rund um die Dreifachturnhalle gekümmert. Er hat festgeschraubt, was nicht niet- und nagelfest war, hat ausgebessert und aufgepasst. Jetzt muss er mitansehen, wie sich die riesige Greifhand eines Spezial-Abrissbaggers im bröckeligen, alten Beton des Tribünenaufgangs verkeilt.

Teile der Tribüne und die massiven Stahlträger sind alles, was von dem 70er-Jahre-Bau übriggeblieben ist. In ein paar Tagen werden auch die letzten Reste der alten Kaarster Sportstätte verschwunden sein. Vor rund drei Wochen, am 19. Juli, haben die Abrissarbeiten begonnen. Bis zum Ende der Sommerferien soll das Gröbste erledigt sein. "Bislang", sagt Bauleiter Heinz-Gerd Klein, "läuft alles nach Plan".

Selbiger sieht vor, dass 25 500 Kubikmeter Halle möglichst schnell dem Erdboden gleichgemacht werden. Zunächst wurden alle wiederverwertbaren und schadstoffbelasteten Materialen — darunter auch einige Asbestplatten — separiert. "Momentan überprüft die Untere Wasserbehörde, ob Teile des Abbruchmaterials für den Unterbau des neuen Gebäudes wiederverwertet werden können", sagt Klein. Vier Proben wurden genommen. Entscheidend ist, ob die alte Bausubstanz Schadstoffe enthält, die möglicherweise ins Grundwasser gelangen könnten. "Wäre eine Wiederverwertung möglich", sagt Klein, "würde das auf jeden Fall Kosten sparen".

Klar ist: Die Stadt muss auf jeden Euro gucken. Im Haushalt sind insgesamt 4,15 Millionen Euro für den kompletten Abriss und den Neubau vorgesehen, davon sind 2,1 Millionen Euro durch das Konjunkturpaket II abgedeckt. Über das Vergabeverfahren und die Einhaltung der finanziellen Grenze wird derzeit diskutiert. Die Höhe der Kosten für den Neubau, sagt Klein, erkläre sich vor allem durch die Größe der Halle beziehungsweise die Zahl der geplanten Zuschauerplätze.

600 Besucher soll der Neubau fassen können, was hohe Auflagen, zum Beispiel in Bezug auf Brandschutz und Lüftung zur Folge hat. Wenn Nachbargemeinden Hallen bauen, die günstiger sind, dann habe das vor allem etwas damit zu tun, dass diese um ein Vielfaches kleiner seien, sagt Klein.

Nikolaus Roster jedenfalls hofft, dass sein alter Arbeitsplatz auch sein neuer wird. "Ein wenig traurig", sagt er, "bin ich schon. Auch, wenn demnächst etwas Neues kommt." Momentan bleibt ihm nichts anderes übrig, als den Baggern beim Abriss zuzuschauen.

(NGZ)