Fall Daniel D. vor Gericht: "Da lag einer, der war tot!"

Fall Daniel D. vor Gericht : "Da lag einer, der war tot!"

Am Düsseldorfer Landgericht ist am Freitag nach zweiwöchiger Pause der Prozess um den Mord an L381 bei Kaarst-Büttgen fortgesetzt worden. Richter Rainer Drees vernahm eine Reihe von Zeugen, die in der Tatnacht Beobachtungen an der Landstraße gemacht hatten. Zudem verlas Drees einen Bericht der Kriminalpolizei vom Tatort. Daraus ging hervor, dass das Opfer an schwersten Kopfverletzungen gestorben ist.

"Wir kamen vom 85. Geburtstag meiner Mutter", berichtete eine Zeugin aus Büttgen, die etwa gegen 22.10 Uhr in der Tatnacht am späteren Fundort der Leiche vorbeigekommen war. "Zuerst habe ich nur eine Gestalt gesehen, die sich Richtung Kreuzung bewegte. Dann sagte mein Lebensgefährte: Da lag noch einer, der war tot!" Trotz dieser Beobachtung rief das Paar nicht die Polizei. "Wir haben meine 85-jährige Mutter nach Hause gefahren. Dann hörten wir auch schon Polizeisirenen. Da haben wir uns gedacht, dass schon jemand Hilfe geholt hat." Ohnehin habe zunächst alles so ausgesehen wie bei einer Autopanne. Als im Nachhinein in der Presse vom Mord an der Landstraße berichtet wurde, hatte sich das Paar dann allerdings doch noch bei den Ermittlern gemeldet. "Ich bin mir sicher, dass ich einen Mann gesehen habe, der sich vom Tatort entfernt hat", so der Zeuge, "er war etwa 1,80 Meter groß, schlank mit sportlicher Statur. Er trug eine dunkle Hose und eine braune Jacke mit Karo-Muster."

Offenbar muss sich das tödliche Geschehen an der L381 zwischen 22 Uhr und 22.10 Uhr ereignet haben. Etwa 10 Minuten zuvor hatte nämlich eine 27-jährige Jüchenerin eine Kollegin auf dem Gelände einer benachbarten Firma abgesetzt und an der Kreuzung noch nichts Ungewöhnliches bemerkt. "Dort war es stockdunkel. Wir haben keine Menschenseele gesehen und auch keine Stimmen gehört." Beide waren von der Weihnachtsfeier des Unternehmens gekommen. Erst beim Verlassen des Firmengeländes hatte eine der beiden dann im Kreuzungsbereich das Auto des späteren Opfers wahrgenommen, sich aber nichts dabei gedacht.

Bis heute ist unklar, wie genau der 35-jährige Daniel D. am Tatort umgebracht wurde. Laut Bericht der Kriminalpolizei wies sein Kopf schwerste Verletzungen auf. Sein Auto und große Teile der Fahrbahn waren voller Blut. Die Mutter des Opfers konnte den Bericht nicht mit anhören, sie verließ während der Schilderung den Verhandlungssaal.

Am 29. Juli wird das Verfahren mit weiteren Zeugenaussagen fortgesetzt. Der Angeklagte schweigt nach wie vor zu den Vorwürfen. Spätestens im Oktober soll das Urteil verkündet werden.

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