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Coronavirus in Kaarst: Büttgener Schützen hissen Fahnen als Zeichen der Solidarität

Corona-Krise in Kaarst : Büttgener Schützen hissen Fahnen als Zeichen der Solidarität

Wer hat’s erfunden? Nein, nicht die Büttgener Schützen, denn in Neuss wehten die Fahnen schon etwas früher. Aber es geht auf die Initiative der Sebastianer zurück, dass jetzt, zu ungewohnter Zeit, Fahnen im Ortsbild zu sehen sind.

Ortsbildprägend sind sie nicht, dafür sind es einfach zu wenig. Raymund Braun, Präsident des Festausschusses, schätzt die Zahl insgesamt auf rund drei Dutzend. Was nicht zu sehen ist und was die Schützen auch nicht an die große Glocke hängen wollen, ist die Nachbarschaftshilfe, ein großes Netzwerk. Bürger, die zu einer Risikogruppe gehören, brauchen ihre Einkäufe nicht selber zu erledigen und müssen somit kein Ansteckungsrisiko eingehen. Stefan Reinelt, Sprecher der St.-Sebastianus Schütze-bruderschaft Büttgen, weiß, dass auch die Schützenbrüder auf Abstand gehen: „Es haben bereits Versammlungen per Videokonferenz stattgefunden.“ Wenn die Corona-Krise vorüber und Social Distance kein Muss mehr ist, ist Schluss mit dieser Art der Kommunikation: „Es ist schon schöner, wenn man sich persönlich auf ein Bierchen in der Kneipe trifft“, weiß Reinelt. Gleichwohl hielten die Schützen die Kontaktverbote penibel ein. Und sie grübeln darüber, was aus ihrem Schützenfest wird. Das Königspaar Helmut und Rosi Reicharz steht auf jeden Fall in den Startlöchern.

Raymund Braun hat als einer der Ersten eine Fahne gehisst als Lebenszeichen der Schützenbruderschaft in schwierigen Zeiten. Er lässt sich nicht verrücktmachen, das Schützenleben beschränke sich nicht auf ein großes Fest allein. „Wir sind nicht so blauäugig, einen Ausfall des diesjährigen Schützenfestes nicht ins Kalkül zu ziehen“, sagt Braun. Gleichwohl seien die Schützen nicht auf eine Absage fixiert. Das bedeutet, dass die notwendigen Vorbereitungen in vollem Gange sind. „Wir warten die politischen Entscheidungen ab.“ Längstens bis Mitte Mai könnten sich die Büttger Schützen dafür Zeit lassen. Ein möglicher Ausfall des Schützenfestes sei für die Bruderschaft in finanzieller Hinsicht zu verkraften.