1. NRW
  2. Städte
  3. Kaarst

Kaarst: Chor der Stadt Kaarst glänzt mit Barock

Kaarst : Chor der Stadt Kaarst glänzt mit Barock

Basis des Chors der Stadt Kaarst ist der vor knapp 40 Jahren von Hans-Michael Dücker gegründete Jugendchor von St. Martinus. Die Kirche der Gemeinde ist immer der Heimspielplatz geblieben – wie auch jetzt beim Herbstkonzert.

Zum großen Herbstkonzert hatte Hans-Michael Dücker gemeinsam mit dem Chor der Stadt Kaarst in der St. Martinus-Kirche glanzvolle Barockmusik einstudiert. Im Mittelpunkt der Werke von Früh- bis Spätbarock stand das "Magnificat", der psalmartige Lobgesang Mariens, der seit dem Mittelalter bis in unsere Zeit viele Komponisten zu Vertonungen animiert hat.

Eines der größten Werke ist das "Magnificat" von Heinrich Schütz, dem bedeutendsten deutschen Komponisten des Frühbarock. Die opulente Besetzung sieht vier Soli, zwei vierstimmige Chöre, drei Trompeten, Violinen und Orgel vor. Hans-Michael Dücker hat zudem den dreistimmigen Instrumentalchor neu eingerichtet und um Holzbläser erweitert. Das führte zu wunderschön neuen Klängen zweier Fagotte.

Für ein räumlich abwechslungsreiches Klangerlebnis in der fast vollständig besetzten großen Kaarster Kirche sorgte auch die Positionierung dreier Streicher auf der Orgelempore, die meist die Soli begleiteten. Der in allen Stimmen üppig besetzte Chor der Stadt Kaarst wurde vor dem Hochaltar vom Hauptorchester betreut. Auf die überwiegend jungen Mitglieder der Niederrheinischen Sinfoniker war bei allen hochkarätigen Werken vollkommen Verlass.

Für das "Magnificat" in B-Dur für Soli; Chor, Streicher und Orgel, das berühmteste Werk des neapolitanischen Barockmeisters Francesco Durante, wählte Hans-Michael Dücker nur Kammerchorbesetzung (Madrigalchor Kaarst). Trotz melodisch wirkungsvoller Chorpassagen und kleinen Solieinschüben bleibt dieses Werk schlicht. Zumal dann eine der glanzvollsten "Magnificat"-Vertonungen folgte: Johann Sebastian Bach setzt schon im Orchestervorspiel mit Trompeten und Pauke auf festlichen Glanz. Großartig übernimmt der Chor fünfstimmig das Hauptthema. Der Chor der Stadt Kaarst sang dies ungemein ausdrucksvoll, mit fast instrumentaler Leichtigkeit auch im gesteigerten Jubel. Die Spannung hielt er bis zum hinreißenden "Gloria"-Schlusschor. Fast zu zart geriet den reinen Frauenstimmen die dreistimmige Imitation "Suscepit Israel".

Unter den guten Solisten Ute Steinhauer (Sopran) und Franz Gerihsen (Bass) ragten Angela Frömer (Alt) und Thomas Iwe (Tenor) heraus. So wurde ihr Duett "Et misericordia" zum solistischen Höhepunkt. Da mit Stefan Palm ein international renommierter Konzertorganist an der Orgel saß, gab es auch ein Konzert für Orgel und Orchester von Georg Friedrich Händel als mitreißendes Virtuosenstück.

Auch Ansgar Brinkmann, einer der drei prächtigen Barocktrompeter, stellte sein Instrument in einem faszinierenden Trompetenkonzert vor.

(NGZ)