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Kaarst: Chance für Cohousing an Birkhofstraße

Kaarst : Chance für Cohousing an Birkhofstraße

Nach dem Scheitern der Planung am Dreeskamp haben Verein und CDU eine Alternative gesucht - und gefunden.

Nachdem das Vorhaben des Vereins "Cohousing Kaarst" am Standort Dreeskamp gescheitert ist, scheint sich nun doch ein glückliches Ende für das Mehrgenerationen-Wohnen abzuzeichnen. "Die CDU hat ihr Versprechen eingehalten und mit uns gemeinsam nach einem alternativen Grundstück gesucht", sagte der Vereins-Vorsitzende Klaus Ulrich Schmid gestern. Vorbehaltlich der Zustimmung der politischen Gremien werde das Vorhaben an der Birkhofstraße realisiert. "Eine andere Option wäre die Karlsforster Straße gewesen. Dort hätte sich wegen des bereits erarbeiteten und rechtskräftigen Bebauungsplanes das Vorhaben nach unseren Plänen aber nicht realisieren lassen", so Schmid weiter.

Der Verein plant ein Wohnprojekt für Jung und Alt mit insgesamt 40 Wohnungen. Das Herzstück der Anlage sollen mit rund 15 Prozent der Grundstücksfläche Gemeinschaftsräume und Gästeappartements bilden. "An der Birkhofstraße sind die Planungen noch nicht so weit. Dort können wir uns noch einbringen", erläutert Schmid. Überdies seien am Standort in Büttgen die Nahversorgungseinrichtungen exzellent. Einziger Nachteil des Grundstücks an der Birkhofstraße: "Die Eisenbahnlinie wird unseren Architekten vor große Herausforderungen stellen. Denn eine Lärmschutzwand ist nicht geplant und unsere Häuser werden direkt an der Bahnstrecke stehen", so Schmid. Doch die Nähe zur Bahn sei gleichzeitig ein Vorteil. "Der S-Bahn-Haltepunkt Büttgen ist schnell erreichbar. Vor dort sind Berufstätige in 20 Minuten in Düsseldorf. Viele werden dann auf ein zweites Auto verzichten können", so Schmid. Denn generell sei der öffentliche Nahverkehr um die Birkhofstraße sehr gut ausgebaut, deutlich besser als am bevorzugten Standort am Dreeskamp. Der Verein "Cohousing Kaarst" hat neben seinen 15 Mitgliedern inzwischen 160 Interessenten für Miet- oder Eigentumswohnungen in der geplanten Anlage und hofft, das nach den Diskussionen in den politischen Gremien, der Bebauungsplan für das rund 21.000 Quadratmeter große Areal an der Birkhofstraße erstellt sein wird. "Dann könnten wir im Jahr 2020 mit dem Bau beginnen und würden idealerweise rund zwei Jahre später einziehen können", sagt Schmid.

In der kommenden Woche wird sich zunächst der Sozialausschuss mit dem Thema Cohousing beschäftigen. Der Verein will dort seine Planungen nochmals konkret vorstellen. Für den nächsten Hauptausschuss am 19. Oktober will die CDU einen Antrag vorbereiten und mit fraktionsübergreifender Zustimmung das Projekt nach vorn bringen, so teilte es deren Fraktionschef, Lars Christoph, gestern mit. Die CDU hatte sich vor rund einem Monat klar gegen das Cohousing-Projekt am Dreeskamp ausgesprochen. Dort möchte die Union lieber eine vierte Pflegeeinrichtung etablieren. "Für uns war immer klar, dass wir unsere Idee nur mit breiter politischer Zustimmung realisieren. Damit war für uns der Standort am Dreeskamp erledigt", so Klaus Ulrich Schmid.

(NGZ)