Kaarst: CDU will Lärmschutz an A 52

Kaarst : CDU will Lärmschutz an A 52

Seit mehr als 20 Jahren wünschen sich Anwohner im Kaarster Nordwesten eine Wand, die den Schall der Autobahnen 52 und 57 fernhält. Jetzt gibt es neue Hoffnung. Die Union hat einen entsprechenden Antrag gestellt.

Der größte Lärm kommt mit dem Wind. Immer, wenn Letzterer aus westlicher oder nordwestlicher Richtung weht, merkt Heimo Schmidt, dass er in unmittelbarer Nähe zur Autobahn lebt. Seit den 1990er Jahren bewohnt der Kaarster ein Haus an der Karlsforster Straße. Für einen Schallschutz entlang der A 52 und der A 57 — vom Friedhof, über die Alte Landwehr bis hin zur Alten Heerstraße — plädieren die Anlieger seit mehr als 20 Jahren, sagt er.

Seither ist der Lärmschutz für den Kaarster Nordwesten auch ein Thema für die CDU. Für den Bau einer Wand reichten die immissionsschutzrechtlichen Voraussetzungen bislang nicht aus. Jetzt allerdings gibt es neue Hoffnung. Deshalb hat die Union einen Antrag für die nächste Sitzung des Planungs- und Verkehrsausschusses gestellt. Die Verwaltung soll beauftragt werden, sich bei den zuständigen Landes- und Bundesbehörden für eine Lärmschutzmaßnahme einzusetzen.

Anlass für das Wiederaufgreifen des Themas sind das sogenannte "Nationale Verkehrslärmschutzpaket II" der Bundesregierung sowie der Umbau des Kaarster Kreuzes. "Durch das Verkehrslärmschutzpaket sind die Grenzwerte für Lärmschutzmaßnahmen an bestehenden Bundesstraßen deutlich gesenkt und zugleich die Mittel für derartige Maßnahmen spürbar erhöht worden", erklärt CDU-Stadtverbandschef Lars Christoph.

"Zudem wird im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens für den Umbau des Kaarster Kreuzes die immissionsschutzrechtliche Situation des Gesamtbereiches neu betrachtet werden." Dass der Verkehr auf der A 57 und der A 52 in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen hat, hat auch Ingo Kotzian, Obmann Planung der CDU-Fraktion, beobachtet. "Wenn jetzt weitere Aus- und Umbaumaßnahmen am Kaarster Kreuz vorgenommen werden, dürfen die Belange der in der Nähe wohnenden Bevölkerung nicht außer Acht gelassen werden", sagt er.

Vorgesehen ist, dass die Abbiegekreisel am Kaarster Kreuz durch sogenannte Überflieger ersetzt werden. Die Vorplanungen für den Umbau könnten noch in diesem Jahr starten. "Deshalb müssen wir uns frühzeitig positionieren, um die Chancen zu erhöhen, dass unsere Forderung in der Planung berücksichtigt wird", sagt Theo Thissen. An die zurückliegenden Diskussionen kann sich der CDU-Ratsherr und Vorsitzende der Senioren Union noch gut erinnern.

"Uns wurde immer gesagt, dass Lärmschutzmaßnahmen nur bei Baumaßnahmen und Umgestaltungen in Betracht kommen. Eine solche Situation ist jetzt gegeben." Für Heimo Schmidt jedenfalls würde sich mit dem Bau einer Lärmschutzwand ein langersehnter Wunsch erfüllen. Und profitieren, sagt er, könnten alle Kaarster. "Denn durch den Autobahnlärm wird der Erholungswert des Landschaftsschutzgebiets am Bendbusch im Moment deutlich beeinträchtigt."

(NGZ/rl)
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