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Kaarst: CDU-Empfang mit SPD-Redner

Kaarst : CDU-Empfang mit SPD-Redner

Festredner auf dem CDU-Neujahrsempfang in Kaarst war in diesem Jahr ein SPD-Bezirksbürgermeister: Heinz Buschkowsky aus Berlin-Neukölln forderte eine bessere Bildung der Migranten-Kinder.

Der Andrang war so groß, dass schnell noch Stühle herbeigeschafft werden mussten. Kaum jemand schien zu fehlen, der in Kaarst im gesellschaftlichen Leben eingebunden ist. Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Lars Christoph, soeben von der Haushaltsklausur in Kevelaer zurückgekehrt, gab einen Rück- und Ausblick. Was er sagte, dürfte Gastredner Heinz Buschkowsky, SPD-Bezirksbürgermeister in Berlin, gefallen haben: Schließlich wird die Stadt in den nächsten Jahren vor allem in die Verbesserung des Kindergarten-Angebots investieren. Christoph ging kurz auf die Entwicklung des Gewerbegebiets Hüngert II ein. Er versprach, dass alles getan werde, damit die Verkehre auch nach dem Umzug von Ikea fließen können.

Ausführlich sprach er über das Thema Bildung: "In Kaarst ist ein Waldkindergarten geplant, außerdem ein frühkindliches Bildungszentrum in Büttgen. An der Bussardstraße wird möglicherweise eine leerstehende Schule in eine Kindertagesstätte umgewandelt. Und auf der Danziger Straße wird eine neue Kita gebaut." Insgesamt schlagen die Projekte mit 10 Millionen Euro zu Buche. Christoph beklagte mangelnde Förderung durch Bund und Land. Gute Aussichten: Die "Stadtparkhalle", wie die Nachfolgerin der alten Dreifachsporthalle heißen wird, wird im Frühjahr eröffnet. Danach bekämen zuerst die "Sportfreunde Vorst" ihren Kunstrasenplatz am Georg-Büchner-Gymnasium, bevor VfR Büttgen und SG Kaarst sich über Kunstrasenplätze freuen können.

In eine andere Welt entführte Buschkowsky das Publikum. Obwohl er die Zuhörer immer wieder zum Lachen brachte, war es bedrückend, was er sagte. "In Neukölln gibt es die höchste Hartz-IV-Dichte in ganz Deutschland. Und es gibt Familien, da sind die Eltern die größte Gefahr für die Zukunft ihrer Kinder." In vielen Familien gehöre es nicht zum Alltag, morgens aufzustehen und einer Arbeit nachzugehen - für die Kinder kommt das Geld vom Staat. Buschkowsky forderte die Kindergartenpflicht ab dem ersten Lebensjahr und Ganztagsschulen mit strukturierten Freizeitangeboten.

Und er sprach auch Sätze, die bei Linken gar nicht gut ankommen, bei den CDU-Anhängern jedoch Applaus auslösten. Was Buschkowsky von den Migranten erwartet: "Sie müssen bereit sein, die Lebensregeln in Deutschland zu akzeptieren." Optimismus verbreitete der Festredner, indem er von einem gelungenen Projekt berichtete: Von einem speziell geförderten Gymnasium in Neukölln - 98 Prozent der Schülerinnen und Schüler dort haben einen Migrationshintergrund.

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