1. NRW
  2. Städte
  3. Kaarst

Kaarst: Bussardstraße: Kita statt Schule?

Kaarst : Bussardstraße: Kita statt Schule?

Kaarst muss sieben zusätzliche Kindergartengruppen schaffen. Die Verwaltung hat drei mögliche Standorte unter die Lupe genommen: das Schulgebäude an der Bussardstraße, die VHS und die Notunterkunft an der Danziger Straße.

Die Frage war schon im Raum, irgendwann: Wie könnte das leerstehende Gebäude der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule an der Bussardstraße künftig genutzt werden — von einem Umzug der Gemeinschaftsgrundschule Stakerseite einmal abgesehen? Eine wirkliche Antwort hat die Verwaltung erst jetzt, auf Anfrage der CDU-Fraktion, gegeben.

Wohl auch, weil vorher niemand konsequent nachgehakt hat. Noch vor der Entscheidung über das Bürgerbegehren zum Grundschulstandort steht das Thema am Donnerstag im Rat auf der Tagesordnung.

Im Ergebnis geht die Stadt davon aus, dass das Bussardstraßengebäude, nach einem Umbau, sehr wohl für eine Kindertageseinrichtung genutzt werden kann. Angesichts der Tatsache, dass in Kaarst bis Ende 2013 mindesten sieben zusätzliche Kita-Gruppen geschaffen werden müssen, weil Eltern dann einen Rechtsanspruch auf ausreichend Plätzen für unter Dreijährige haben, bedeutet das für die Politik in Bezug auf das Bürgerbegehren eine zusätzliche Entscheidungsoption.

Insgesamt wurden drei mögliche Standorte für zusätzliche Kindergartengruppen unter die Lupe genommen: das Schulgelände an der Bussardstraße, die Räume der jetzigen Ogata und der Pfadfinder im Gebäude der VHS und die Notunterkunft an der Danziger Straße.

Bussardstraße Das leerstehende Schulgebäude ist 1450 Quadratmeter groß. Nach Einschätzung der Verwaltung hätten dort theoretisch sechs bis sieben Kindergartengruppen Platz. Im Erdgeschoss könnten unter anderem drei U3-Gruppen sowie der Küchen- und Essbereich untergebracht werden. Ins Obergeschoss würden die Drei- bis Sechsjährigen einziehen.

Auch im Falle einer Kombination "Grundschule und Kindergarten" auf dem circa 10 862 Quadratmeter großen Gelände wäre immerhin noch für eine dreigruppige Kindertagseinrichtung Raum. Eine solche sieht die Stadt — wegen des zu geringen Platzes — zwar als "eher problematisch" an. Eine sozialräumlich unverträgliche Ballung der Kindergartengruppen im Kaarster Westen, heißt es, gebe es so oder so aber auf jeden Fall nicht. Der Umbau für eine sechsgruppige Kita würde circa 1,4 Millionen Euro kosten.

VHS-Gebäude Die Räume der jetzigen Ogata und der Pfadfinder im Gebäude der VHS sind insgesamt rund 575 Quadratmeter groß. Eine dreigruppige Kindertageseinrichtung braucht mindestens rund 590 Quadratmeter Platz. Eingangsbereich, Flure und Garderobe müssten deshalb verkleinert werden. Aufwendiger, heißt es, wäre — wie auch an der Bussardstraße — die Bereitstellung des vorgegebenen 1200 Quadratmeter großen Kita-Außengeländes, weil der größte Teil der Fläche rund um das VHS-Haus befestigt ist. Der Umbau für eine dreigruppige Einrichtung würde etwa 700 000 Euro kosten.

Danziger Straße Möglich wäre auch Bau einer fünfgruppigen Kita auf einem rund 4643 Quadratmeter großen Gelände an der Danziger Straße. Das wird zurzeit als Unterkunft für soziale Notfälle genutzt.

(NGZ/rl)