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Kaarst: Büttgener Wappen am Rathaus wird restauriert

Kaarst : Büttgener Wappen am Rathaus wird restauriert

Der Förderverein Büttgener Brunnenlandschaft schlägt eine dezente neue Gestaltung vor. Besonders teuer wird das Entfernen der alten Farbe.

Der Lack blättert ab, die Nase von Jan van Werth bröckelt. Das alte Büttgener Wappen am Rathausplatz bedarf einer Restaurierung. Rein faktisch gehört es zur Architektur des Rathauses, optisch bildet es aber auch die Hintergrundkulisse der davor gelegenen Brunnenlandschaft. Durch die unmittelbare Nähe sprach die Stadtverwaltung den Förderverein Büttgener Brunnenlandschaft an, Vorschläge zur neuen Farbgestaltung einzubringen. Vorstandsmitglied und Künstlerin Elke Beyer stellte im Kulturausschuss drei Varianten vor.

Das alte Gemeindewappen zeigt den Reitergeneral Jan van Werth zu Pferde und ein schwarzes Balkenkreuz, das die frühere politische Zugehörigkeit zur Landesherrschaft Köln darstellt. Büttgens "berühmtester Sohn" reitet vor einem kräftigen blauen Himmel, der Erdboden ist gelblich gehalten, sein Umhang rot. Der Ist-Zustand übernimmt damit deutlich die Heraldik des Wappens. Seine Wiederherstellung würde jeden anderen Farbeindruck am Ort "martialisch zerstören", so Elke Beyer. Alternativen wären demnach dezentere Gestaltungsformen. Die Lackfarbe muss zur Restaurierung komplett abgetragen werden, so dass es zukünftig beim Naturton des Betons belassen werden könnte. Dadurch würde es auch eindeutig dem Technischen Rathaus zugeordnet werden. "Da es sich hierbei um ein Relief handelt, wäre man dann in seiner Wirkung auf Lichteinfälle und Schatten angewiesen", so Beyer. Die Empfehlung des Brunnenvereins sei dagegen eine behutsame Farbgestaltung – also die Farbwahl des Wappens wieder übernehmen, allerdings in dezenterer Form. "Es gibt am Rathausplatz sehr viele Komponenten: das Rathaus, die Geschäftszeile, den Brunnen, die Kirche, die Dachziegel. Wir brauchen eine harmonische Einheit aus den vielen verschiedenen Farben. Das Wappen ist darin ein verbindendes Gestaltungselement", sagte Beyer.

Der Kulturausschuss folgte der Empfehlung des Brunnenvereins für eine dezente Farbgestaltung des Wappens. Die Verwaltung holt bereits Angebote von Stuckateuren für die Restaurierung ein, einen etwaigen Kostenrahmen kann sie noch nicht nennen. "Das große Problem wird sein, die vertrackte Lackfarbe aus den Poren des Betons zu bekommen. Teilweise liegen bis zu acht Farbschichten übereinander", erklärte der städtische Kulturmanager Klaus Stevens. Diese Säuberung würde deshalb den Großteil der Kosten ausmachen. Wahrscheinlich bekäme man die Farbe auch nicht mehr vollständig aus dem Beton heraus, so Stevens.

Das Geld für die Restaurierung käme aus dem Topf für allgemeine Raumerhaltungsmittel der Stadt Kaarst, sagt Kämmerer Heinz Dieter Vogt. Der Förderverein hat bei einem Unternehmen, das die Brunnenlandschaft auf Vordermann bringen soll, ebenfalls ein Angebot für die Restaurierung des Wappens angefragt.

(stef)