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Kaarst: Büttgener Brunnen bleibt trocken

Kaarst : Büttgener Brunnen bleibt trocken

Eine Sanierung der Brunnenlandschaft vor dem Rathaus würde 80 000 Euro kosten. Das Geld möchte die Verwaltung dieses Jahr nicht in den städtischen Haushalt stellen. Die CDU denkt über eine Patenschaftslösung nach.

Der Brunnen auf dem Rathausplatz in Büttgen sprudelt derzeit nicht. In den Wintermonaten ist er wie üblich trocken gelegt, um Frostschäden zu vermeiden. Allerdings soll er im Frühling nicht wieder in Betrieb genommen werden. Die Stadt plant, ihn erst einmal stillzulegen.

Die Brunnenlandschaft wird in diesem Jahr 25 Jahre alt. Sie war ein Geschenk der damaligen Stadtsparkasse Kaarst-Büttgen aus Anlass ihres 90-jährigen Bestehens und ersetzte den alten Brunnen, der aus einem ausrangierten Mühlstein der Braunsmühle bestand. Die Jahre haben ihre Spuren hinterlassen, vor allem in der Technik. "Wir müssen unter anderem die Steuerungsventile reparieren. Die Leitungen waren zuletzt häufiger verstopft", sagt der Technische Beigeordnete Manfred Meuter. Eine Sanierung würde 80 000 Euro kosten. Das Geld möchte die Verwaltung dieses Jahr nicht in den städtischen Haushalt stellen. "Wir haben für dieses Jahr einen Kreditbedarf und müssen eine Vielzahl von Projekten, vor allem im Ausbau der Kinderbetreuung, abwickeln. Deshalb werden andere Prioritäten gesetzt", so Meuter.

Deshalb wird aus einer sprudelnden Brunnenlandschaft eine trockene künstlerische Skulptur. Eine Reparatur in diesem Kostenrahmen kann nur die Politik beschließen. Der Büttgener CDU-Ratsherr Reimer Schubert setzt sich seit Jahren für den Brunnen ein. Er brachte das Thema bei der Haushaltsklausurtagung seiner Fraktion auf die Tagesordnung. Zwar sollen nach Ansicht der CDU in diesem Jahr keine finanziellen Mittel bereitgestellt, aber die Sanierungskosten noch einmal überprüft werden. Man befürchtet, durch eine Stilllegung des Brunnens könnte erst recht eine "Dreckecke" entstehen. In Bezug auf die Finanzierung einer Reparatur gibt es bei der CDU zudem vage Gedankenspiele. Die Sparkasse, heißt es, könnte sich am Erhalt ihres Geburtstagsgeschenks beteiligen. Eine Geldspende aus der Sparkassenstiftung auf direktem Wege an die Stadt als Eigentümerin des Brunnens ist allerdings rechtlich nicht möglich. Ein Verein als Pate des Brunnens müsste an ihre Stelle treten. Dies könnte ein noch zu gründender Förderverein sein, oder ein bestehender aus dem Ort. Die Interessengemeinschaft Büttgen, die den Rathausplatz für ihre Veranstaltungen nutzt, hat Interesse an einem funktionierenden Brunnen. "Er gehört genauso zum Flair der Ortsmitte wie das Pflaster und die weiteren baulichen Gegebenheiten", sagt IG-Vorsitzender Peter Wellen. Die Sanierungskosten werden die Geschäftsleute aus den eigenen Reihen kaum aufbringen können. Die Idee einer Trägerschaft bezeichnet Wellen als interessant und möchte sie mit den Mitgliedern der IG diskutieren.

(NGZ)