Büttgen: Pfarrer Werner Hoffmann geht in Rente

Im Ruhestand Einsatz für das Ehrenamt : Pfarrer Werner Hoffmann nimmt Abschied

Nach 33 Jahren Dienst für die evangelischen Kirche in Büttgen und Glehn geht er in Rente.

Nach 33 Jahren Dienst in der evangelischen Kirche wird Pfarrer Werner Hoffmann am 25. August um 11 Uhr in der Büttgener Johanneskirche verabschiedet. Von 1986 bis 2005 wohnte er in Glehn und war Hauptpfarrer für Glehn und Grefrath und zweiter Pfarrer in Büttgen. Ab 2005 war er für Büttgen und Glehn zuständig und lebt seitdem im Büttgener Pfarrhaus im Herzen des Ortes.

2010 wurden die evangelischen Gemeinden neu aufgeteilt und Hoffmann übernahm den dritten Pfarrbezirk mit Büttgen, Driesch und Vorst. Im Gespräch mit Werner Hoffmann wird seine Begeisterung für sein Amt spürbar. „Ich kann auf ein erfülltes Berufsleben zurückblicken, habe das Feld gut bestellt und übergebe dem Kollegen eine tolle Gemeinde“, sagt er. Dieser wird am 1. November seinen Dienst antreten.

Hoffmanns Berufsweg war keinesfalls vorgezeichnet. Für ein Studium im Fach Sozialpädagogik benötigte er ein pfarramtliches Zeugnis und besuchte eher widerwillig Gottesdienste. Bis er eine elementare Glaubenserfahrung „wie vom Saulus zum Paulus“ erlebte, erzählt Hoffmann. Andere sagen über ihn, dass ihn gerade das, so glaubwürdig erscheinen lasse.

Bei dem Versuch, Menschen für die Kirche zu erreichen, hatte er etliche kreative Ideen: Mit „Sing and pray“-Abenden für Jugendliche, der Familienkirche, die er gemeinsam mit seiner Frau gestaltete, mit einem Glaubensgesprächskreis für junge Erwachsene, der Jugendband „Team J“ und einem Jugendbibeltreff.

Außerdem organisierte er Gemeindefreizeiten nach Griechenland und Israel und empfand die Gemeinde immer als „Geschenk und Gnade“. Natürlich war auch er sich darüber im Klaren, dass die Kirche nicht mehr den Stellenwert innehat wie früher. Es sei beispielsweise schwierig gewesen, Jugendliche nach der Konfirmation noch für die Kirche zu begeistern.

Als sehr positiv bewertet Hoffmann die ökumenische Arbeit mit den katholischen Kollegen: „Es war immer super“, sagt er in Erinnerung an viele Gottesdienste mit Diakon Martin Becker.

Auch Trauriges wie der Tod einer Konfirmandin oder die Beisetzungen von Totgeburten galt es zu bewältigen. Hoffmann sah sich immer als „Dorfpfarrer“: Beim Einkaufen gab es viele Begegnungen, sein Pfarrhaus stand allzeit offen und seine Partnerin unterstützte ihn als Pfarrfrau.

Nun ist das Ehepaar, das eine erwachsene Tochter hat, auf Herbergssuche: Im Umkreis von 25 Kilometern schauen sie sich nach einer neue Bleibe um. Den Ruhestand möchte Werner Hoffmann mit Ehrenamt, Vertretungen und Unternehmungen mit seiner Frau gestalten.

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