Büttgen: Mutter und Tochter stellen in Städtischer Galerie aus

Städtische Galerie in Büttgen : Erste Ausstellung von Mutter und Tochter

Nadia Schmidt und ihre Mutter Inge zeigen ihre Werke bei einer Ausstellung in der Städtischen Galerie.

Das dürfte es in der Städtischen Galerie im Rathaus in Büttgen noch nicht gegeben haben: Erstmals stellen mit Inge und Nadia Schmidt Mutter und Tochter aus. Die Exponate sind problemlos zuzuordnen: Malerei und Zeichnungen stammen von Nadia Schmidt (54), die plastischen Arbeiten und die Collagen von Inge Schmidt (75).

Die Künstlerinnen – die Tochter ist Autodidaktin, die Mutter hat an der Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt/Main Bildhauerei studiert – nennen ihre Ausstellung „da die Käuze“. Zum ungewöhnlichen Titel passen die Exponate. Inge Schmidt hat sich für kleine, niedrige Objekte entschieden, die nicht die Sicht auf die Bilder ihrer Tochter behindern. Sie arbeitet bevorzugt mit Material, das man gerne entsorgt, mit Holz, Pappe und Papier, selten mit Stoff. Die Künstlerin interpretiert ihre Werke als kleine Gehäuse, Unterkünfte, die nicht allein, sondern im Zusammenspiel auch mit der Malerei von Nadia Schmidt ihre Wirkung entfalten. Ob die kleinen Gehäuse laufen können? Diese Frage stellt sich bei einigen Exponaten, bei denen die Künstlerin aus rosa Stoff Formen geschaffen hat, die an Babyfüße erinnern. Aus kleinen Gehäusen werden so mit einem Augenzwinkern kleine Wesen. Die Exponate richtig zu hängen und zu setzen, war für Mutter und Tochter eine Herausforderung. Inge Schmidt ist mit dem Ergebnis zufrieden: Sie spricht von einer „gewachsenen Stimmigkeit“.

Nadia Schmidt lebt in Südfrankreich. Was bei den meisten Bildern auffällt: Sie scheinen von ihrer Wahlheimat inspirierte Naturimpressionen widerzuspiegeln. Dabei geht es der Künstlerin nicht darum, fotorealistisch zu arbeiten. Wichtig ist ihr die räumliche Wirkung, ebenso wie Licht und Dynamik. Die Natur präsentiert sich verworren, unbändig, wild. Ölfarben sorgen zusätzlich für eine enorme Farbtiefe. Die Künstlerin räumt ein, dass das, was da als unbändige Natur erscheint, auch ein visualisierter Gemütszustand sein kann. Einen Kontrapunkt setzt sie mit ihrer lilafarbenen Mülltüte vor dunkelgrauem Hintergrund.

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