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Kaarst: Büttgen feiert mit "Räubern" im Regen

Kaarst : Büttgen feiert mit "Räubern" im Regen

Mit einem Konzert der Kölner Kult-Band wurde jetzt die Sanierung des Büttgener Brunnens zelebriert.

Der Förderverein Büttgener Brunnenlandschaft hat ganze Arbeit geleistet: Genau 364 Tage nach seiner Gründung sprudelt der von der Stadt aufgegebene Brunnen vor dem Rathaus wieder. Das Fest, das der Verein den Büttgenern zur Feier dieses erfreulichen Anlasses versprochen hatte, drohte denn am Donnerstagabend auch ins Wasser zu fallen — leider in wahrsten Sinne des Wortes. Statt der erwarteten 1500 Besucher kamen nur rund 800 Menschen, um der Kult-Band "De Räuber" zuzuhören — immerhin.

Ein Meer von Regenschirmen breitete sich über den Rathausplatz aus, die Sitzbänke trieften vor Nässe, am Bierpavillon und am Würstchenstand ging es sehr übersichtlich zu. Aber bei den bekannten Stimmungshits der Kölner Musiker hatten depressive Gedanken keine Chance.

Dass es richtig war, in den Brunnen zu investieren, wurde sofort nach der Enthüllung deutlich: Trotz des schlechten Wetters war er auf Anhieb ein Anziehungspunkt für Familien mit kleinen Kindern. Reimer Schubert (74), neben Theo Thissen der Hauptinitiator, erinnerte sich, wie er als CDU-Ratsherr auf der Klausurtagung seiner Partei vor zwei Jahren in Kevelaer mit einem Stein des Büttgener Brunnens mächtig auf den Tisch gehauen hatte: Damit war der sprichwörtliche Stein ins Rollen gekommen.

Jürgen Steinmetz, stellvertretender Landrat und Vorsitzender des Fördervereins, konnte illustre Gäste begrüßen, etwa den ehemaligen Landrat Dieter Patt, dessen Nachfolger Hans-Jürgen Petrauschke und Peter Kirchhartz, der Sparkassenchef war, als das Geldinstitut den Brunnen aus Anlass des 90-jährigen Bestehens im Jahr 1987 gestiftet hatte. Ein Überraschungsgast bekam besonders viel Applaus: Der chinesische Bildhauer Hon Sang Tong, mittlerweile 74 Jahre alt, war aus Köln angereist. Er hatte die Brunnenlandschaft damals gemeinsam mit dem Bildhauer Georg Ahrens geschaffen. Nein, zu Ahrens habe er keinen Kontakt mehr, ja, dass der Brunnen in neuen Glanz erstrahlt, freue ihn sehr, erklärte der chinesische Künstler.

Jürgen Steinmetzt bezeichnete es als weitsichtig, vor 26 Jahren einen Chinesen als Künstler beauftragt zu haben: "Heute ist der Rhein-Kreis Neuss drittgrößter Investitionsstandort in Nordrhein-Westfalen — mit mehr als 200 chinesischen Unternehmen."

Bürgermeister Franz-Josef Moormann, Schirmherr des Brunnenfestes, lobte das Engagement des Fördervereins: "Das ist zehnmal besser, als wenn die Stadt den Brunnen restauriert hätte." Und er ist froh, dass der Verein mit seinen Mitgliedern und Sponsoren auch die laufende Unterhaltung des Brunnens übernimmt.

(barni)