Büttgen: Camp gibt kaufmännischen Azubis einen Einblick in die Praxis

Fortbildung in Büttgen : Camp gibt kaufmännischen Azubis einen Einblick in die Praxis

Muss ein Groß- und Außenhandelskaufmann auch Fliesen verlegen oder eine Mauer hochziehen können? Nein. Aber wenn er in der Baustoffbranche arbeitet, wird er sich mit zusätzlichen handwerklichen Grundkenntnissen besser in die Lage des Kunden versetzen und ihn besser beraten können.

22 Auszubildende aus ganz Deutschland erwarben jetzt diese Zusatzkenntnisse im Bauvista-Camp an der Novesia-Straße.

„Es geht dabei auch um den Kampf um geeignete Lehrlinge“, sagt Kai Schmidt von Baustoffe Küppers, der Initiator des Camps. „Konzentriert zuhören und ausreden lassen.“ „Den Kunden verstehen, ihn freundlich begrüßen“: Es ging auch um grundlegende Kenntnisse im Umgang mit den Kunden.

Immer besonders spannend wurde es in dem viertägigen Seminar aber, wenn es um handwerkliche Fähigkeiten ging, um Details wie „die Oberflächenfestigkeit im Hinblick auf die Abriebfestigkeit von Fliesen“. Für normale Kaufleute wären das die berühmten Bücher mit den sieben Siegeln. Nicht für Florian Heimann aus Kaarst. Er ist im ersten Lehrjahr, wird zum Groß- und Außenhandelskaufmann ausgebildet und zog jetzt eine erste positive Bilanz: „Ich bin sehr zufrieden. Dass man sich im Camp auch mal die Hände schmutzig machen muss, macht Spaß und ist eine sinnvolle Ergänzung zur Theorie.“

Er hatte jetzt eine Hauptrolle in einem Video übernommen, das von dem in Büttgen lebenden Kameramann Bacel Atassi gedreht wurde. Seine „Kundin“ war Vanessa Nähring. Sie ist im zweiten Lehrjahr, hat die Lehre wegen ihrer überdurchschnittlich guten Leistungen verkürzt. Auch sie war sehr angetan von dieser zusätzlichen Schulung. „Aus der Praxis für die Praxis“, lautet das Motto von Kai Schmidt. Deshalb war er auch froh, dass Alexander Smala von der Firma Sopro, die unter anderem Fliesenleger ausbildet, ins Camp gekommen war. Auf einer rund sechs Quadratmeter großen Musterfläche hatte der Fliesenlegermeister zusammen mit Harald Wolf einen normalen Estrichbelag aufgebracht und einen sogenannten Finishboden zum Ausgleich von Bodenunebenheiten.

„Die Lehrlinge hier sind sehr hilfsbereit und stellen viele Fragen“, sagte Smala. Ihre Kenntnisse seien beachtlich für Azubis im ersten Lehrjahr. Kai Schmidt ist es wichtig, den Azubis nach getaner Arbeit auch attraktive Freizeitangebote in der Gruppe zu bieten. Worüber er sich besonders freut: Die Anmeldezahlen waren so hoch, dass es ein zweites Camp geben wird.

(barni)
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