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Kaarst: Bürgersolaranlage ist rentabel

Kaarst : Bürgersolaranlage ist rentabel

Vor mehr als drei Jahren ging die erste und bisher einzige Bürgersolaranlage in Kaarst auf dem Dach der Grundschule Vorst in Betrieb. Seither wurden insgesamt 63 295 Kilowattstunden Strom produziert.

Die Photovoltaikanlage auf der Grundschule Vorst ist nicht nur ein umweltfreundlicher Stromerzeuger, sondern auch ein optischer Hingucker. "Wenn der Himmel blau ist, wirkt sie wie eine Kathedrale", sagt Siegfried Lautenschläger. Der 59-Jährige aus Büttgen ist ihr Anteilseigner. Vor mehr als drei Jahren ging die erste und bisher einzige Bürgersolaranlage in Kaarst in Betrieb — genauer gesagt am 22. September 2008 um 18.10 Uhr.

Lautenschläger ist neben Karl-Heinz Kunicki aus Vorst Geschäftsführer der Betreibergesellschaft und hat noch weitere Zahlen gesammelt: Vom Start bis Ende vergangenen Jahres wurden insgesamt 63 295 Kilowattstunden (kWh) Strom produziert, in 2011 waren es 21 249 kWh. Es hätte mehr sein können, doch der Schatten eines Bergahorns stört. "Die Mehrheit der Gesellschafter hat bisher aber dafür gestimmt, den Baum stehenzulassen", sagt Lautenschläger.

Die Bürgersolaranlage in Vorst besitzt 21 Investoren mit unterschiedlichen Anteilen. Als sich die Gesellschaft gründete, wurden 121 Anteile zu je 1000 Euro verkauft. Siegfried Lautenschläger selbst erwarb 15 Anteile. Die Anlage hat insgesamt 114000 Euro gekostet, besteht aus 320 Modulen und erstreckt sich auf rund 160 Quadratmeter Dachfläche. "Die damals errechnete Rendite von drei Prozent für die Anleger konnte eingehalten werden", so Lautenschläger.

Der Strom wird direkt von der Grundschule Vorst genutzt. Eine Anzeigetafel auf dem Schulhof zeigt den Kindern, wie viel Strom die Bürgersolaranlage für den Moment, am Tag und insgesamt produziert. Vier bis fünf weitere Haushalte in der Nachbarschaft beziehen ebenfalls die Energie daraus.

Die Solaranlage auf dem Grundschuldach folgte vor drei Jahren einem Trend. Bürger ohne die Möglichkeit einer eigenen Photovoltaikanlage schlossen sich zusammen, um darüber ihren Strom zu Hause gegenzufinanzieren. Da dieser in das öffentliche Netz fließt, bezahlt RWE gemäß dem Erneuerbaren Energien-Gesetz (EEG) für den festen Zeitraum von 20 Jahren pro Kilowattstunde 46,75 Cent. Danach geht die Anlage als Gegenleistung für die kostenlose Bereitstellung der Dachfläche in den Besitz der Stadt Kaarst über.

Während damals der Optimismus sehr groß war und bereits über eine zweite Bürgersolaranlage sinniert wurde, stellt sich die Frage danach derzeit nicht. Zum einen zahlt RWE nicht mehr so viel wie 2008, zum anderen hat Lautenschläger festgestellt, dass seitdem auch auf vielen Kaarster Dächern private Solaranlagen installiert wurden. "Sollte es doch zu einer zweiten Bürgersolaranlage kommen, würden wir unser Wissen zur Verfügung stellen", so Lautenschläger.

(NGZ/rl)