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Kaarst: Brücke über der K 4 wird neu gebaut

Kaarst : Brücke über der K 4 wird neu gebaut

Im Juni hatte ein Lkw die Überführung in Höhe "Holzbüttger Haus" mit einem Kran gerammt und schwer beschädigt.

Die Wucht, mit der der Lkw am Nachmittag des 14. Juni die Fußgänger- und Radwegbrücke über der Antoniusstraße (Kreisstraße K 4) gerammt hat, muss immens gewesen sein. Eigentlich war die knapp 20 Jahre alte Brücke bis zu diesem Zeitpunkt in einem guten Zustand.

"Erst Ende 2012 hat das eine Überprüfung ergeben", sagt Helmut Lenzen vom Rhein-Kreis Neuss. Unter normalen Umständen, glaubt der Leiter des Tiefbauamtes, hätte die Überführung bestimmt auch noch weitere 20 Jahre standgehalten. "Ein Gutachter hat jetzt aber bestätigt, dass der durch den Unfall entstandene Schaden zu groß ist. Die Brücke ist nicht mehr zu reparieren. Der komplette Überbau muss erneuert werden." Allein die Pfeiler und die Widerlager können stehenbleiben. Schuld daran ist vermutlich ein Missgeschick.

Wie die Polizei seinerzeit mitteilte, war der Fahrer auf der Antoniusstraße aus Vorst kommend in Richtung Neersener Straße unterwegs. Auf dem hinteren Teil des Lasters befand sich ein ausfahrbarer Ladekran. "Wir gehen davon aus, dass der Fahrer den Kran vor der Abfahrt nicht komplett eingefahren hat", sagt Helmut Lenzen. Bei der Durchfahrt der 4,70 Meter hohen Brücke donnerte dieser dann gegen die Stahlkonstruktion. Der Kran wurde durch die Wucht des Aufpralls komplett verbogen.

"Das spricht schon dafür, dass der Fahrer relativ schnell unterwegs gewesen sein muss", sagt Lenzen. "Wäre der Kran korrekt eingefahren gewesen, hätte der Lkw wahrscheinlich durchgepasst. So war das Fahrzeug sicher fünf Meter hoch." Die Durchschnittsbrückenhöhe liegt normalerweise bei 4,50 Metern.

Die Frage des Verschuldens ist weitgehend geklärt. "Hier handelt es sich um einen Versicherungsfall, und wir sind zuversichtlich, dass der Schaden ersetzt wird", sagt Lenzen. Rund 100 000 Euro, schätzt der Kreis-Tiefbauamtsleiter, wird die Sanierung der Fußgängerbrücke kosten — wenn alles gut läuft und bei der Demontage nichts dazwischen kommt.

Die alte Brücke soll so bald wie möglich abgebaut werden. Dann werden neue Fertigteile vor Ort aufgeschraubt. "Wir haben eine Firma gefunden, die relativ kurzfristig, innerhalb von zwei bis drei Monaten, in der Lage wäre, die Arbeiten zu erledigen", sagt Lenzen. "Unser Ziel ist es, die Sanierung bis Ende des Jahres abzuschließen."

Bis zum Ende der Sommerferien bleibt der Übergang über die K 4 aus Sicherheitsgründen noch komplett gesperrt. "Der Gutachter hat allerdings grünes Licht dafür gegeben, dass wir die Brücke für eine Übergangszeit — vorausgesetzt, dass sie bis spätesten Ende des Jahres repariert wird — halbseitig nur für Fußgänger öffnen können", sagt Lenzen. Daran hat auch die Stadt Kaarst ein Interesse.

"Die Brücke", sagt der Technische Beigeordnete Manfred Meuter, "ist ein wichtiger Zugang zum Georg-Büchner-Gymnasium und für alle, die zu Fuß oder per Rad zum Vorster Wald wollen."

(NGZ)