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Brand zwischen Neuss und Kaarst: Feuerwehr löscht Glutnester

Schrottplatz bei Ikea : Großbrand zwischen Neuss und Kaarst – Feuerwehr löscht Glutnester

Auf einem Schrottplatz zwischen Neuss und Kaarst ist am Donnerstag ein Feuer ausgebrochen. Die Rauchwolke war viele Kilometer weit in der Region zu sehen. Der Schrottplatz befindet sich hinter dem Ikea-Gelände an der Stadtgrenze zu Kaarst. Der Einsatz dauert am Freitagmorgen an.

Ein Schrottplatz in Neuss, in unmittelbarer Nähe zum Möbelhaus Ikea in Kaarst, ist am Donnerstagnachmittag in Flammen aufgegangen. Die gesamte Neusser sowie Kaarster Feuerwehr war im Einsatz. Sie wurden von Rettungskräften aus Düsseldorf, Jüchen und Krefeld unterstützt. Nach Angaben von Feuerwehr-Sprecher Christian Franke waren zwischenzeitlich bis zu 160 Einsatzkräfte vor Ort. Auf einer Fläche von 100 mal 120 Metern brannten Fahrzeuge, Altreifen und Übersee-Container mit Motoren und Getriebeteilen.

Am Donnerstagabend war der Brand so weit unter Kontrolle, dass er nur noch stellenweise aufloderte. Auch die Rauchentwicklung nahm stark ab und beschränkte sich auf den umliegenden Bereich. Am Nachmittag war die Rauchwolke noch aus mehreren Kilometern Entfernung zu sehen – sogar bis nach Düsseldorf und Mönchengladbach.

Auch in der Nacht auf Freitag wurde mit Hilfe von Scheinwerfern weiter gearbeitet. Die Einsatzkräfte löschten Glutnester auf dem Gelände. „Das Feuer wird noch sehr schwer zu bekämpfen sein, wir müssen den kompletten Schrottplatz auf links drehen, um alle Glutnester zu löschen“, sagte Franke am Vorabend. Das Technische Hilfswerk unterstützte die Feuerwehr mit einem Abrissbagger und zwei Radladern. Die Feuerwehr konnte ein anliegendes Wohnhaus, bei dem bereits die Garage in Brand geraten war, löschen. Das Löschwasser ist durch die Betriebsmittel auf dem Schrottplatz verunreinigt. Daher saugen mehrere Firmen mit Spezialfahrzeugen große Mengen an Löschwasser ab und pumpen es in Tankfahrzeuge, um das verunreinigte Wasser umweltgerecht zu entsorgen.

Der Rauch zog am Donnerstagnachmittag und am frühen Abend Richtung Reuschenberg ab. Nach Angaben der Feuerwehr waren auch Gefahrstoffexperten im Einsatz. Alle Messwerte waren nach Angaben Frankes unbedenklich. Unter dem Schrottplatz führt in drei Metern Tiefe eine Pipeline vorbei, von der allerdings keine Gefahr ausgeht. Was durch diese Pipeline fließt, konnte Franke nicht sagen.

Die Brandursache ist noch vollkommen unklar. Laut Franke wurde ein brennendes Auto gemeldet. „Aber schon auf der Hinfahrt war anhand der Rauchwolke zu erkennen, dass da mehr brennt als nur ein Fahrzeug“, sagte er. Zu Schaden gekommen ist nach ersten Angaben niemand. In Hülchrath kam es nach Feuerwehr-Angaben zu Geruchsbelästigungen durch Rauchgase, da sich die Rauchwolke dort niedergeschlagen hatte. Die Bürger wurden aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Vor dem Schrottplatz bildete sich eine große Pfütze, während die Feuerwehrkräfte weiter Löscharbeiten ausführte. Im vorderen Bereich des Schrottplatzes versuchten Einsatzkräfte, die Flammen von einem Reifenlager fernzuhalten.

Die Hans-Dietrich-Genscher-Straße wurde ab dem Unternehmen Verpackungen Hoffmann in Richtung Ikea  gesperrt, der Verkehr durch das Gewerbegebiet umgeleitet. Das sorgte teilweise für Chaos. Autos, die von der Ohrenbrücke Richtung Ikea fuhren, mussten rechts abbiegen. Neben den Feuerwehrkräften war auch die Polizei mit vielen Beamten im Einsatz, die sich um den Verkehr kümmerten.

Die direkt umliegenden Gebäude wurden geräumt – darunter auch das benachbarte Ikea-Haus. Das erklärte Einrichtungshaus-Leiter Stephan Laufenberg auf Nachfrage unserer Redaktion. Er habe die rund 80 Kunden gebeten, das Haus zu verlassen. „Es sieht so aus, als würden wir morgen wieder öffnen können“, sagte Laufenberg. Das Möbelhaus schaltete die Lüftungsanlage ab, damit der Rauch nicht angezogen wird. Die Feuerwehr nutzte die Sprinklerzentrale von Ikea für das Löschwasser.

Ein Werkstattmeister der benachbarten Scania-Werkstatt hatte am Donnerstag gegen 14.30 Uhr eine erste Explosion auf dem Schrottplatz gehört, weitere folgten. Die Feuerwehr schnitt ein Loch in den Zaun der Werkstatt, um an den dortigen Hydranten zu kommen. „Es hat hier schon mehrfach gebrannt, aber so schlimm wie heute war es noch nie“, sagte Augenzeuge Michael Sturm. Um 14.55 Uhr meldete sich die NINA-Warnapp und gab Handlungsempfehlungen. So sollte das betroffene Gebiet im Bereich Ikea gemieden, Fenster und Türen geschlossen und Klima- und Lüftungsanlagen abgeschaltet werden.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version dieses Textes stand, dass sich der Schrottplatz in Kaarst befunden habe. Das ist falsch, er liegt auf Neusser Stadtgebiet, an der Grenze zu Kaarst. Wir haben den Text entsprechend korrigiert.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Feuer und Rauch auf Schrottplatz in Neuss