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Kaarst: Botschafterin berichtet über Georgien

Kaarst : Botschafterin berichtet über Georgien

Beim Neujahrsempfang der Kaarster CDU sprach Gabriela von Habsburg über die Entwicklung "ihres" Landes.

Seit fünf Jahren veranstaltet die Kaarster CDU im Hotel Park Inn einen Neujahrsempfang mit jeweils einem prominenten Redner. Im vergangenen Jahr schilderte der streitbare Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky ungeschönt die sozialen Verhältnisse in seinem Berliner Bezirk. Gestern kam eine Frau mit einer wesentlich froheren Botschaft: Gabriela von Habsburg ist Botschafterin von Georgien. Sie zeichnete ein positives Bild von der Entwicklung des 4,5 Millionen-Einwohner-Landes, das sich nach der "Rosenrevolution" stark gemausert, die Korruption bekämpft und den Blick konsequent nach Europa gerichtet habe.

Die Veranstalter konnten mit der Resonanz zufrieden sein: Rund 280 Menschen waren der Einladung gefolgt. Unter ihnen Bürgermeister Franz-Josef Moormann, sein Stellvertreter Matthias Kluth, die Fraktionsvorsitzende Dorothea Zillmer, der stellvertretende Bürgermeister von Grevenbroich, Graf Bertram von Nesselrode, der allgemeine Vertreter des Landrats, Jürgen Steinmetz, Vertreter der unterschiedlichsten Vereine, Kirchen und auch von anderen Parteien.

Stadtverbandsvorsitzender Lars Christoph warb für ein Engagement "in der CDU oder einer anderen Partei", um sich für die Demokratie einzusetzen. Für den musikalischen Rahmen sorgte das "Oswald-Ensemble". Mit Dimitry Stavrianidi gehörte auch ein Georgier zu den Sängern, Irena Lazareva saß am Keyboard.

Gabriela von Habsburg gefiel's – die 56-jährige Botschafterin gab zu verstehen, dass die Georgier ein sehr sangesfreudiges Volk sind. Im Mittelpunkt ihres Vortrags stand aber die rasante Entwicklung hin zu einer Demokratie. Die Bildhauerin und Kunstprofessorin, deren Vater Otto von Habsburg bis 2006 Oberhaupt der Familie Habsburg-Lothringen war, beschrieb nicht nur die landschaftliche Schönheit des Landes, dass etwa so groß wie die Schweiz ist, sondern unter der Überschrift "Im Kampf für die Freiheit" mit dem Untertitel "Starke Frauen verbessern die Welt" beschrieb die 56-Jährige Georgien auch als interessanten Investitionsstandort mit einem jährlichen Wirtschaftswachstum von rund sieben Prozent.

Aber es bliebe noch genug zu tun: "Die ländlichen Gebiete sind noch nicht voll entwickelt – 70 Jahre Sowjetherrschaft haben ihre Spuren und Narben hinterlassen", erklärte die Referentin. Georgien strebe eine EU-Vollmitgliedschaft an, die Menschen stehen Europa sehr offen gegenüber.

Der Tourismus sei ein stark wachsender Wirtschaftszweig – das kleine Land sei für Besucher sehr sicher, zu sehen gebe es unter anderem jede Menge alte Klosteranlagen. Und weil Deutsch die dritthäufigste Fremdsprache ist, gebe es auch keine Verständigungsprobleme. Die Menschen seien fast schon zu gebildet: "Es gibt sehr viele Akdemiker und zu wenig Handwerker", erklärte die Referentin.

Sie hatte das Interesse der Besucher geweckt, musste anschließend in lockerer Runde noch so manche Frage beantworten.

(NGZ)