Kaarst: Besinnliche Einstimmung aufs Fest

Kaarst: Besinnliche Einstimmung aufs Fest

Der "Offene Adventskalender" fand gestern bei der Bürgermeisterin statt.

In Kaarst, aber auch in Holzbüttgen, Büttgen und Vorst wird eine alte Tradition gepflegt: Der "Offene Adventskalender". Nicht unbedingt jeden Tag, aber sehr oft im Advent trifft man sich bei immer wechselnden Familie. In Kaarst kamen gestern 24 Menschen an der Klövekornstraße zusammen - bei Ulrike und Heinz Nienhaus. Sie erlebten eine knappe Stunde voller Besinnlichkeit und Behaglichkeit, aßen Lebkuchen, tranken Glühwein und ließen sich gemeinsam auf das Weihnachtsfest einstimmen.

Gegen 18 Uhr klingelte es im Zehn-Sekunden-Takt. Das dauerte einige Minuten, dann hatte jeder seinen Platz in dem geräumigen Wohnzimmer gefunden, sei es auf den Sofas, den Stühlen oder den beiden Holzbänken. Die drei dicken weißen Kerzen auf dem Adventskranz im XL-Format waren bei weitem nicht die einzigen Lichtquellen, und das war auch gut so: Schließlich lagen Liederhefte aus - es sollte gemeinsam gesungen werden.

Hans-Peter Weiland und Ehefrau Maria waren aus Büttgen gekommen - der Weg über den Nordkanal sollte sich lohnen: "Ich war bereits im vergangenen Jahr hier und es ist eine ganz besondere Stimmung, die hier sehr schnell aufkommt", sagte Weiland. "Ich bin von Anfang an hier, weil ich gut singen kann", scherzte Theo Thissen. Der "Offene Adventskalender" ist ein Stück Tradition, ebenso wie das Früchtebrot, das Heidi Thissen auch diesmal wieder gebacken hatte - und das hervorragend zum Glühwein passte.

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Heinz und Ulrike Nienhaus hatten gestern ihr Haus zum insgesamt 14. Mal geöffnet und Miriam Staelberg, das Patenkind des Hausherrn, las immer wieder kurze, besinnliche Texte zwischen den einzelnen Liedern. Sie wechselte sich dabei mit Ulrike Nienhaus ab. Es waren durchaus bekannte Weihnachtslieder, die gemeinsam gesungen wurden: Los ging es mit "Wir sagen euch an den lieben Advent". "Mal sehen, ob wir Lied 46 auch hinbekommen, es ist etwas anspruchsvoller", sagte Heinz Nienhaus und schon sangen 24 Menschen "Tochter Zion".

"Ich finde, wir haben jetzt eine Stärkung verdient", erklärte der Gastgeber, in der Küche war bereits alles vorbereitet. Bei Speis und Trank kam man ins Gespräch, es dürfte für alle ein sehr schöner Abend gewesen sein - ein Abend, der auch nachdenklich stimmte. Dafür sorgte unter anderem die Geschichte vom Vater und seinem Sohn, die eine Parallele zwischen dem Schicksal von Josef, Maria und dem Jesuskind und den Flüchtlingen unserer Zeit aufzeigte.

(NGZ)
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