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Kaarst: Berliner Platz wird geprüft

Kaarst : Berliner Platz wird geprüft

Mitglieder der Bürgerinitiative gegen den Supermarktstandort Berliner Platz haben Verwaltung und Politik im Ausschuss mit Fragen gelöchert. Ein Interessenbekundungsverfahren für Investoren und Betreiber soll jetzt starten.

Der mögliche Supermarktneubau am Berliner Platz hat jetzt im Planungsausschuss für heftige Diskussionen gesorgt. Rund 20 Bürger kamen zur Sitzung. Wolf von der Fecht, Sprecher der neu gegründeten Bürgerinitiative "gegen den Berliner Platz", hatte viele Fragen mitgebracht – zum Beispiel, ob das bestehende Einzelhandelsgutachten überhaupt noch aktuell ist. "Zwei neue Supermärkte im Stadtgebiet waren für uns Anlass, ein neues Gutachten in Auftrag zu geben. Wir werden es vorstellen, sobald es uns vorliegt", sagte der Technische Beigeordnete Manfred Meuter. Der Planungs- und Verkehrsausschuss beschloss daraufhin mit großer Mehrheit, ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren "Nahversorger Berliner Platz" zu starten.

Nachbarliche Belange

Im Rahmen dieses Verfahrens sollen unter anderem nachbarliche Belange sowie Verkehrs- und Immissionsaspekte geprüft werden. Führt die Vorprüfung zu dem Ergebnis, dass die Ansiedlung eines Nahversorgers standortverträglich möglich ist, wird ein Anforderungskatalog für mögliche Bieter erarbeitet. Während die Bürgerinititive unter anderem beklagt, dass der Standort Birkhofstraße nicht näher untersucht wird, stellte Elke Beyer (SPD) klar: "Einzige Option scheint der Berliner Platz zu sein." Und sie erinnerte an Folgendes: "Wir hatten nicht von vornherein vorgehabt, den Berliner Platz zu bebauen. Allerdings sah sich die Eigentümergemeinschaft außerstande, der Erweiterung von ,Kaiser's' am jetzigen Standort zuzustimmen."

FDP, CDU und SPD legen Wert darauf, dass die Ortsmitte gestärkt wird. Renate Fischer (CDU) gab zu verstehen, dass durch die Schließung von Schlecker die Kundenfrequenz im Herzen von Büttgen bereits zurückgegangen sei. "Unter den Aspekten "Stärkung des Einzelhandels" und "Grundstücksverfügbarkeit" kommt nur der Berliner Platz infrage", sagte Lars Christoph (CDU). Und er erklärte, dass er die Vergrößerung des bestehenden "Kaiser's"-Marktes favorisiert hätte. Außerdem wäre er mit einer Verkaufsfläche von rund 700 Quadratmetern zufrieden gewesen, was den infrage kommenden Betreibern jedoch nicht genüge. Christoph legt Wert darauf, dass sich nicht nur ein Investor findet, sondern zugleich auch ein Betreiber.

Die Diskussion war auch deshalb so turbulent, weil von der Fecht regelmäßig seine Meinung kundtat – dieses Recht steht Ausschussbesuchern eigentlich nicht zu. Das ärgerte unter anderem Marcel Kirchhartz, Anwohner der Birkhofstraße: "Die Bürgerinitiative hat rund 40 Mitglieder – sie vertritt damit noch nicht einmal ein Prozent der Büttgener Bevölkerung."

(barni)