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Kaarst: Beim Schützenfest Geselligkeit genießen

Kaarst : Beim Schützenfest Geselligkeit genießen

Gemeinschaft leben und genießen, dieses Motto hatte der Gottesdienst den Holzbüttger Schützen mit auf den Weg gegeben. Und daran hielten sie sich: Die Stimmung war wunderbar, Jung und Alt feierten gemeinsam das Fest.

Bei strahlend schönem Sommerwetter und Temperaturen, die "noch eben so" erträglich sind, wird in Holzbüttgen Schützenfest gefeiert. Schützenkönig Dieter Meiritz strahlte mit der Sonne um die Wette: "Alles läuft bis jetzt hervorragend." Er freute sich, dass sein Nachfolger im Amt des Oberst, "Kläusken" Kühn, trotz einer gewissen Anspannung seine Aufgabe sehr gut meisterte. Weniger erfreulich: Heute gegen Mittag wird die Schießliste geschlossen und ein neuer Königsbewerber war gestern noch nicht in Sicht.

Gestern marschierte geballte Schützenprominenz aus der Quirinusstadt mit. Dem Zug "Da simma dabei" gehören unter anderem der amtierende Neusser Schützenkönig Jörg Antony, der amtierende Hubertuskönig Achim Robertz und vier weitere ehemalige Neusser Majestäten an. Friedhelm Korsten, ehemaliger Neusser Hubertuskönig, verriet, warum er so glücklich und zufrieden aussah: "Es ist ganz herrlich hier auf dem Land – wir können ganz ungezwungen auftreten, uns so geben, wie wir sind."

Die Holzbüttger Schützen sind bekannt für ihre zum Teil sehr außergewöhnlichen Ideen. Eine davon in diesem Jahr: Jungschützenmeister Sebastian Corsten sammelt für die Kinderbelustigung. Wenn mehr als 500 Euro zusammenkommen, muss sich Thomas Tillmann vom Jägerzug "Holzbüttger Freischütz" von seinem Bart trennen, den er seit 1990 ohne Unterbrechung trägt. Tillmann, der bei der Bruderschaft für die Pressearbeit zuständig ist, hat für den Fall der Fälle abwenden können, dass Corsten selbst zur Schere greift: "Das macht Frisörmeisterin Helga Steinberg."

Am Samstag am Ehrenmal und später in der Kirche waren die Schützen mucksmäuschenstill –eine sicheres Indiz dafür, dass die Redner beziehungsweise Prediger, Brudermeister Volker Schöneberg, Präses Peter Seul und die evangelische Pfarrerin Maike Neumann den richtigen Ton und das richtige Thema getroffen hatten. Es ging um die Endlichkeit allen Lebens mit der Konsequenz, Gemeinschaft zu leben und zu genießen. Die nachdenkliche Phase wich schon bald großer Ausgelassenheit. Hubertuscorpskönig Franjo Rademacher stattete jedem Hubertuszug im Zelt einen kurzen Besuch ab und stellte fest: "Es herrscht eine Bombenstimmung." Die Stimmung in seiner Residenz auf der Josef-Kuchen-Straße beschrieb er als "total toll". Was leider nicht so toll war: Das Zelt war schlechter besucht als in den Vorjahren. Bei dem schönen Sommerwetter tranken die Schützen ihr Bier lieber unter freiem Himmel.

Gestern Vormittag standen die 24 Edelknaben im Mittelpunkt. Ihr König Yannik Hermanns (8) wurde mit den Insignien seiner Macht ausgestattet, eingerahmt von seinen Ministern Felix Dost und Jonas Schüpper. Dieses Ritual nahm erstmals Dieter Hellendahl vor, der im Januar zum stellvertretenden Brudermeister gewählt worden war und Norbert Drennhaus ablöste. Edelknabenführer Christoph Gaspers versorgte die Jungen mit Limonade und gestattete ihnen, nachmittags ihre Uniformjacke zu Hause lassen. Abends wurden Jungschützenkönig Dennis Schiffer und Schülerprinz Maximilian Keuter gekrönt. Der Sicherheitsdienst machte sich bereits am Samstagabend bezahlt: Er verhinderte eine Auseinandersetzung zwischen Kirmesbesuchern.

(NGZ)