Kaarst: Bei "Sternstunden" die Kälte weglachen

Kaarst: Bei "Sternstunden" die Kälte weglachen

Frostige Temperaturen machen für viele Besucher den Gang über den Kaarster Weihnachtsmarkt perfekt. Aber wie halten sich die Händler in ihren Buden warm? Warme Wäsche, dicke Schuhe - und was noch? Die NGZ hat nachgefragt.

Gemütlich über den Weihnachtsmarkt schlendern, am Glühwein nippen, die Waren der Buden bestaunen - und wenn es zu kalt wird, einfach irgendwo aufwärmen. Das können die, die in den Buden auf der anderen Seite der Theke stehen, nicht machen. Sie harren tapfer aus - und trotzen auf vielfältige Weise der Kälte. Da gibt es ein paar Geheimrezepte. Ganz wichtig: Viel lachen! "Das wärmt", sagt Nicole Thelen, die mit Unterstützung ihrer Mutter Manuela Hunde-Accessoires anbietet. "Allerdings nur das Herz, nicht die Füße", erklärt Manuela Thelen und deshalb tragen beide Frauen zwei Paar Socken in dicken Schuhen und voluminöse Schals. So müssen sie nicht auf die ausgelegten Loops und Halstücher für die Vierbeiner zurückgreifen. "Wenn es gar nicht mehr geht, nehmen wir Wolldecken", erläutert Nicole Thelen das letzte Mittel.

"Ganz viel lachen, ganz viel essen und Tee trinken" lautet die Devise von Selay Cakiraglu und Arian Kühn - die jungen Leute haben Peelings und diverse Körperpflegemittel im Angebot. Warme Schuhe und gefütterte Jacken komplettieren ihren Schutz gegen die unwirtliche Witterung. Krippenbauer Heinrich Wolff hat ein ganz einfaches Rezept: "Einfach warm arbeiten", erklärt er lakonisch und werkelt weiter am Krippenzubehör - in drei Schichten Kleidung plus Schal und Hut. Der Verkaufswagen mit Süßigkeiten bietet Sabine Giersemehl zwar mehr Schutz als eine Bude. Und auch sie setzt auf das Sich-Warm-Arbeiten. "Zusätzlich haben wir aber eine neu eingebaute Bodenheizung und ein Öfchen", verrät sie. Das Wichtigste: warme Füße zu haben - denn sonst gewinne die Kälte die Oberhand. Deshalb freut sich Sabine Giersenmehl über ihre beheizten Einlegesohlen. "Die hat mir mein Mann vor zwei Jahren geschenkt", erklärt sie lachend. An einer anderen Bude verkauft Christel Kremer Magnetschmuck. Auch sie hat ihre Schuhen mit zusätzlichen Sohlen ausgestattet. "Meine Sohlen sind zudem magnetisch - und sie wärmen auch", erklärt sie. Ansonsten sind Kaffee und gelegentliche Spaziergänge vor der Hütte ihre Favoriten zur Kälte-Bekämpfung. Denn leider sei die Hütte nicht beheizbar, bedauert sie. Am besten haben es diejenigen, die warme Speisen oder Getränke anbieten und somit über "natürliche" Wärmequellen verfügen. "Wir trinken ab und zu unseren alkoholfreien Früchtepunsch", sagt Jana Hoff von Online-Supermarkt Sprinter schmunzelnd. Sich viel zu bewegen helfe auch. Zusätzlich hat sie sich in zwei Hosen und drei Jacken gehüllt - respektive sich damit verhüllt. Zwei Paar Socken, Mütze, Schal und Handschuhe sind für sie unverzichtbar. Susanne Wittler genießt die ausstrahlende Wärme der zwei großen Platten, auf denen sie ihre Crêpes backt. "Außerdem trinke ich viel Kaffee", erzählt sie. Auch Anke Glasow hat es etwas leichter, sich warm zu halten. Denn ihr großer Holzkohlegrill, auf dem Bratwürstchen, Krakauer und Steaks brutzeln, verbreitet sowohl Wohlgerüche wie angenehme Wärme. "Mit bis zu fünf Schichten bin ich zusätzlich schön warm angezogen", sagt sie.

(NGZ)