1. NRW
  2. Städte
  3. Kaarst

Kaarst: "Bei CDU gilt: Programm vor Personal"

Kaarst : "Bei CDU gilt: Programm vor Personal"

Der CDU-Stadtverbandsvorstand hat sich neu aufgestellt. Ein Gespräch mit der neuen Geschäftsführerin und dem Parteichef.

Frau Graber, Sie haben innerhalb kurzer Zeit zwei wichtige Aufgaben im christdemokratischen Lager übernommen: Im Dezember wurden Sie zur Geschäftsführerin der Jungen Union (JU) gewählt, im Mai auf die gleiche Position im Vorstand der Kaarster CDU. Ihre Kandidatur kam - auch für viele Parteimitglieder - überraschend. Wie kam es dazu?

Graber Politisch engagiert hab ich mich ja auch in den vergangenen Jahren schon. Ich war auch schon mal Geschäftsführerin der JU, bevor ich aus privaten Gründen für drei Jahre nach Krefeld gezogen bin. Als ich zurückkam war klar, dass ich wieder mitarbeiten will. Das Mitentscheiden und Mitorganisieren macht mir einfach Spaß.

Sie sind Gesamtschullehrerin in Neuss. Zwei politische Posten und ein Fulltime-Job - das ist ...

Graber ... zeitlich alles eine Frage der Organisation. Und wenn man in einem Team vernünftig zusammenarbeitet, dann geht das auch.

Im Parteivorstand gibt es ja nun einige neue Gesichter. Am vergangenen Wochenende haben Sie sich erstmals zu einer Klausurtagung getroffen. Funktioniert das Miteinander der erfahrenen und der "frischen" Mitglieder?

Christoph Ja, den Eindruck habe ich auf jeden Fall! Das war ja auch die Idee hinter der Tagung. Das Team muss zusammenwachsen, gerade weil in den nächsten zwei Jahren viele Aufgaben und Herausforderungen auf uns warten. In der Tat gibt es einige neue Gesichter, und auch im Nachgang zur Wahl sind noch zwei Positionen neu besetzt worden. Die Leitung des Netzbeirates hat Marcel Finger übernommen, die Europabeauftragte des Stadtverbandes ist jetzt Dilek Haupt aus Driesch. Von Vorteil ist sicher, dass die neuen Mitglieder des Vorstandes unbelastet von den Diskussionen der Vergangenheit sind, denn gerade die wollen wir — das habe ich ja schon bei der Mitgliederversammlung gesagt — auch nicht mehr führen, sondern die Themen der Zukunft anpacken.

Die Zukunft der CDU ist im Idealfall die heutige Junge Union. Sie sitzen da ja jetzt an einer Schnittstelle, Frau Graber ...

Graber Klar, der Altersschnitt in der CDU ist hoch, deshalb ist es mir schon ein Anliegen, viele Jüngere dazu zu motivieren, sich in der Politik zu engagieren. Daran arbeiten wir. Zum Beispiel gibt es seit Jahren ein Patenmodell, über das jedes neue Mitglied einen "alten Hasen" an die Hand bekommt. Das wollen wir weiter optimieren. Was die Zusammenarbeit der Generationen betrifft, würde ich sagen, die funktioniert in Kaarst jetzt schon sehr gut. Ein Beispiel: Vor der Bundestagswahl werden der Bundesvorsitzende der Senioren Union, Otto Wulff, und der Vorsitzende der JU, Philipp Mißfelder, nach Kaarst kommen. Senioren Union und JU sind gemeinsam die Veranstalter.

Stichwort Wahl — wie bereitet sich der neue CDU-Vorstand auf die Kommunalwahl 2014 vor?

Christoph Ebenfalls gemeinschaftlich. Während der Klausurtagung haben wir zunächst einmal die Leitlinien der letzten Wahl ausgewertet und festgestellt, dass wir 85 bis 90 Prozent der Sachen, die wir im Vorfeld angekündigt hatten, auch umsetzen konnten. Die Herausforderung ist es jetzt, ein Programm für die nächsten fünf Jahre zu entwickeln. Was das betrifft, wollen wir mit größtmöglicher Transparenz an die Sache rangehen. Alle Mitglieder können und sollen Ideen einbringen. Auch die Bürger werden gefragt sein, ihre Vorstellungen zu formulieren. Ziel ist es, Ende November das Wahlprogramm zu verabschieden. Erst danach wird die personelle Diskussion geführt. Es gilt also: Programm vor Personen. Das halten wir auch für richtig — dass man erst einmal klar hat, wofür die CDU in Kaarst in Zukunft steht. Dann kann jeder für sich entscheiden, ober er dahinter stehen möchte oder nicht.

JULIA HAGENACKER FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(NGZ)