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Behinderte in Kaarst bleiben vorerst ohne eigenen Sprecher

Sondersitzung des Sozialausschusses ohne Ergebnis : Behinderte in Kaarst bleiben vorerst ohne eigenen Sprecher

Drei Stunden tagte der Sozialausschuss. Doch ob ein Inklusionsbeauftragter berufen wird, bleibt offen. Die Sondersitzung am Samstag zeigt vor allem eines: Der Rat ist noch nicht entscheidungsreif.

Kaarst (barni) Es ging am Samstagvormittag im Albert-Einstein-Forum um nicht weniger als die Umsetzung einer Forderung der UN-Konvention, die allerdings schon 2009 in Kraft getreten war. Kaarst soll endlich einen Behindertenbeauftragten bekommen. Dafür wurde eigens eine Sondersitzung des Sozialausschusses einberufen.

Als die Vorsitzende Sabine Kühl nach anderthalb Stunden allgemeiner und ausgiebiger Diskssion anmerkte, jetzt beginne die Sitzung eigentlich erst richtig, stand  einigen Raum die Befürchtung ins Gesicht geschrieben, die Runde könne ewig dauern. Doch nach gut drei Stunden war Schluss. Es ging im Wesentlichen um das Sammeln von Argumenten. Jetzt folgt ein 14 Tage dauerndes Beteiligungsverfahren, über die Satzung selbst soll erst im November entschieden werden.

Merle Schmidt und Lisa Jacobi von der Landes-Arbeitsgemeinschaft (LAG) Selbsthilfe NRW waren live zugeschaltet. Die Ausschussmitglieder erfuhren unter anderem, dass Ehren- wie Hauptamtler zu Behindertenbeauftragten berufen werden könnten. Gut wäre, wenn der Amtsträger selber eine Behinderung hat. Und bezüglich der Stundenzahl sei mehr immer besser.

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Zurzeit gibt es einen Ratsbeschluss, der von einer kostenneutralen Lösung ausgeht. Das funktioniert nur bei maximal vier Stunden pro Woche. Emanuel Stadler von den „Kaarster Blindgängern“ war mehr als unzufrieden: „Wenn das der Vorschlag bleiben sollte, dann ist das ein Etikettenschwindel.“ Brigitte Albrecht, Initiatorin des Kunstcafés „EinBlick“, sprach von einem „langen Prozess“. Das Thema müsse man erst in die Köpfe der Menschen bekommen“. Als klar wurde, dass am Samstag nichts entschieden werden musste, kam man voran.

Bürgermeisterin Uschi Baum brachte eine Kombination von einem ehrenamtlichen Beauftragten – dabei kann es sich natürlich auch um eine Frau handeln – und einer hauptamtlichen Kraft ins Gespräch. Der zuständige Geschäftsbereichsleiter Olaf Kretzschmar erklärte: „Die vier Stunden pro Woche wären ein erster Schritt und nicht das Ende der Fahnenstange.“ Ulrich Orlinski (CDU) möchte diese vier Stunden als Zeichen dafür verstanden wissen, dass man sich auf den Weg macht. Vieles ist noch offen geblieben: Die FWG schlug die Bezeichnung „Inklusionsbeauftragter“ vor, möchte, dass auch chronisch Kranke mit einbezogen werden.

(Barni)