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Kaarst: Begleiter bis zur Firmung

Kaarst : Begleiter bis zur Firmung

In der katholischen Kirchengemeinde St. Martinus gibt es dieses Jahr 122 Firmlinge. Auf dem Weg zur Taufe begleitet werden sie von Katecheten wie Vanessa Neubauer und Lisa Gehlen.

Die Firmung ist in der katholischen Kirche die Vollendung der Taufe. Die Firmlinge sind meist zwischen 14 und 16 Jahre, es gibt aber auch Erwachsene, die das Sakrament nachholen. Während bei der Erstkommunion meist noch die Eltern die treibende Kraft sind, soll sich der Jugendliche für die Firmung aus freien Stücken selbst entscheiden.

In der katholischen Kirchengemeinde St. Martinus gibt es dieses Jahr 122 Firmlinge. Neben dem wöchentlichen Kirchenbesuch, einem Beichtgespräch sowie einer Fragestunde beim Pfarrer gehört der Besuch des Firmunterrichts zur Vorbereitung. Dort werden sie von Katecheten wie Vanessa Neubauer und Lisa Gehlen begleitet.

Die Gruppen bestehen aus zehn bis 15 Personen, sind bunt zusammengewürfelt aus unterschiedlichsten Elternhäusern und Schulformen. Für die Firmung sollen die Jugendlichen auch lernen, in einer Gemeinschaft aufzuwachsen. Rund vier Monate verbringen die Katecheten mit den Firmlingen zusammen.

Herausgewachsen aus der Messdienerarbeit wollte die 25-jährige Vanessa Neubauer weiterhin etwas für ihre Gemeinde leisten. "Ich habe den Eindruck, dass die Jugendlichen immer weniger Zeit haben, sich selbst zu finden", sagt sie. Im Firmunterricht könnten sie für sich erfahren, woran sie glauben. "Dabei stellen sie auch viel infrage. Ihre Meinungen sind interessante und auch überraschend", so Neubauer.

Das Thema in diesem Jahr lautet "Ich glaube". Die ehrenamtlichen Firmkatecheten haben einige Bücher an die Hand bekommen, nachdem sie ihren Unterricht selber gestalten können. In die Bibel wird eher selten geschaut. Zeitgenössische und aktuelle Themen bestimmen meist die Gespräche.

Zur Gruppenarbeit gehören auch Besuche von sozialen Einrichtungen. "Der Unterricht soll lebensnah sein. Wir möchten die Firmlinge nicht dazu erziehen, jede Woche in die Kirche zu gehen, sondern auch andere Wege aufzeigen", sagt Vanessa Neubauer.

Ihre Gruppe nahm kürzlich am lebendigen Adventskalender in der Kindertagesstätte Vorst teil, Lisa Gehlen fährt mit ihren Schützlingen zum Trebe-Café in Düsseldorf, einer Anlaufstelle für obdachlose Mädchen.

Als junge Erwachsene haben sie einen guten Zugang zu Jugendlichen, aber auch Senioren sind als Firmkatecheten tätig. Eine spezielle Schulung vorab gibt es nicht. Sie sammeln Erfahrung an der Seite eines erfahrenen Katecheten. Für nächstes Jahr plant die St. Martinus-Gemeinde eine Materialbörse, in der Ideen ausgetauscht werden können.

(NGZ)