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Kaarst: Bedroht Gesamtschule Kaarster Gymnasien?

Kaarst : Bedroht Gesamtschule Kaarster Gymnasien?

Die geplante Gründung der Gesamtschule sorgt für Unruhe, auch in der Gymnasialelternschaft. Die CDU sagt ihre Unterstützung zu.

Für die einen geht es – voraussichtlich – um die Organisation der letzten Jahre, für die anderen ums Überleben. Während sich Lehrer, Schüler und Eltern der Gemeinschaftshauptschule Kaarst-Büttgen und der Elisabeth-Selbert-Realschule schon seelisch darauf vorbereiten, in der geplanten, neuen Gesamtschule am Schulstandort Büttgen aufzugehen, stellt sich den beiden Kaarster Gymnasien die Frage, ob sich beide Schulen mittelfristig neben einer möglicherweise erfolgreichen Gesamtschule mit eigener Oberstufe halten lassen. Die Kaarster Schullandschaft ist im Umbruch. Und das sorgt für Unruhe, auch in der Gymnasialelternschaft.

Im Juli hat der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, bei der Bezirksregierung Düsseldorf einen Antrag auf Einrichtung einer vierzügigen Gesamtschule zum Schuljahr 2013/2014 am bisherigen Haupt- und Realschulstandort in Büttgen zu stellen. Eine zukunftsweisende Entscheidung ist nötig, weil die Hauptschule in Büttgen seit Jahren wegen geringer Anmeldezahlen um den Fortbestand kämpft. Eltern von 1162 Kaarster Erst- bis Drittklässlern wurden deshalb im Frühjahr von der Verwaltung gefragt, an welcher Schule sie ihr Kind nach der vierten Klasse lieber anmelden würden: an einer Sekundarschule oder an einer Gesamtschule. Das Votum fiel für die Gesamtschule aus.

Seitens der CDU geht man davon aus, dass der Antrag positiv beschieden wird. "Wir legen großen Wert darauf, dass die Eltern umfassend in das weitere Verfahren eingebunden und von der Verwaltung bestmöglich informiert werden", sagt CDU-Chef und Fraktionsvize Lars Christoph. "Das gilt für die Viertklässler ebenso wie für die Eltern von Real- und Hauptschule in Büttgen. Nur so erhält die neue Schule die notwendige Akzeptanz." Neben einem erfolgreichen Start der neuen Gesamtschule lägen der Union aber auch die bestehenden Schulen weiter am Herzen. "Mit der Gesamtschule wollen wir die Schulvielfalt in unserer Stadt stärken. Das bedeutet aber auch, dass die beiden Gymnasien und die Realschule in Kaarst weiterhin unsere volle Unterstützung erhalten", so Christoph. Mit der unterschiedlichen Konzeption an den beiden Gymnasien – das Georg-Büchner-Gymnasium (GBG) hat den gebundenen Ganztag eingeführt, während das Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) herkömmliche Formen der Übermittagbetreuung anbietet – stünden unterschiedliche Modelle zur Verfügung, die nach Ansicht der CDU erhalten und ausgebaut werden müssten.

Bruno von Berg, kommissarischer Leiter am AEG, hat an seiner Schule genau dies vor. "Wir verfallen nicht in Panik, sondern wollen solide Arbeit leisten und unser Profil stärken", sagt er. Aber: "Wie der Elternwille in ein paar Jahren aussieht, wissen wir nicht." Das betont auch Schuldezernent Heinz Dieter Vogt. Ein anderer Standort für die Gesamtschule als Büttgen – und damit vielleicht die Schließung eines Gymnasiums – komme nur dann infrage, wenn die Anmeldezahlen an beiden Kaarster Gymnasien dramatisch sänken. Momentan lägen sie mehr als 60 Prozent. Das GBG allerdings hat seit der Einführung des gebundenen Ganztags deutlich weniger Fünftklässler. Dennoch: "Der GBG-Standort steht nicht in unserer Planung", sagt Vogt.

(NGZ)