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Kaarst: Bauern: Ikea-Pläne korrigieren

Kaarst : Bauern: Ikea-Pläne korrigieren

Als "viel zu groß" und letztlich existenzbedrohend für die Landwirtschaft kritisieren Bauern aus Holzbüttgen die Planung für das umstrittene Gewerbegebiet Hüngert II. Angesichts der Dimensionen des für Ikea und weitere Unternehmen vorgesehenen Geländes, drohten den örtlichen Bauern "empfindliche Flächenverluste", schreibt Peter Herzogenrath, Geschäftsführer der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach an Bürgermeister Franz-Josef Moormann (CDU).

Der Brief fasst die Ergebnisse einer Versammlung der Bauern zusammen, an der auch Wolfgang Wappenschmidt, Vorsitzender der Kreisbauernschaft, teilgenommen hat. Kurz vor der Sitzung des Haupt- und Planungsausschuss am kommenden Donnerstag, bei über den Rahmenplan für das Gewerbegebiet Hüngert und das Sondergebiet Ikea beschlossen werden soll, fordern die Landwirte jetzt, deutlich weniger neue Gewerbefläche auszuweisen als bislang geplant. Nach den Plänen der Stadt gingen rund 55 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche verloren, mindestens weitere 50 Hektar müssten die Bauern für ökologische Ausgleichsflächen zur Verfügung stellen. Und das, so Herzogenrath, in einer Kommune, die ohnehin die flächenmäßig kleinste im Rhein-Kreis sei. Würde am Hüngert gebaut wie geplant, verlören viele Höfe in der Umgebung ihre Entwicklungsmöglichkeiten. Die — zu einem großen Teil noch vergleichsweise jungen — Landwirte müssten sich Gedanken über die Zukunftsfähigkeit ihrer Betriebe machen.

Zwar akzeptieren die Bauern das Bemühen, ein für Kaarst attraktives Unternehmen wie Ikea in der Stadt zu halten, sie fordern jedoch einen schonenden Umgang mit der Fläche. Dem widerspreche jedoch schon die Tatsache, dass die Parkplätze für Ikea ausschließlich ebenerdig angelegt werden sollen. "Unserer Ansicht nach ist es einem Unternehmen wie Ikea ohne Weiteres zuzumuten, ja es ist sogar zu fordern, dass zumindest ein großer Teil der benötigten Parkplätze in Form einer Tiefgarage oder zumindest eines Parkhauses erstellt wird", erklärt Herzogenrath.

Den Vorschlag der CDU-Ratsfraktion, das geplante Gewerbegebiet um zwölf Hektar zu reduzieren, begrüßen die Bauern, ausreichend sei dies jedoch "bei weitem nicht". Sie schlagen eine weitere Reduzierung vor. Eine Ausdehnung der vorhandenen Gewerbeflächen in Richtung Süden sei gerade noch hinnehmbar, die Ausdehnung nach Westen müsse jedoch an dem heute zwischen dem Schifferhof und der Siemensstraße verlaufenden Wirtschaftsweg enden. Gleichzeitig sollten sich ökologische Ausgleichsmaßnahmen auf landwirtschaftlich eher minderwertige Flächen, etwa am Vorster Wald und nördlich der A 52, konzentrieren.

(NGZ)