Kaarst: Baggern üben in der Kiesgrube

Kaarst : Baggern üben in der Kiesgrube

Mit schwerem Gerät im sandigen Untergrund umgehen – das müssen auch Feuerwehrleute lernen. Einmal im Jahr machen sie dazu einen Praxis-Lehrgang in der Kiesgrube. Seit fünf Jahren sind sie zu Gast bei Cemex.

Mit schwerem Gerät im sandigen Untergrund umgehen — das müssen auch Feuerwehrleute lernen. Einmal im Jahr machen sie dazu einen Praxis-Lehrgang in der Kiesgrube. Seit fünf Jahren sind sie zu Gast bei Cemex.

Kaarst/Willich Da schlugen einige Männerherzen höher. Mitarbeiter der Wache Umweltschutz und technische Dienste der Feuerwehr Düsseldorf bewegten gestern mit schwerem Gerät einige Tonnen Sand und Erde in der Kiesgrube Cemex an der Grenze zwischen Willich und Kaarst. Natürlich war dies kein Betriebsausflug zum Spaß, sondern besaß einen ernsten Hintergrund.

Fast das ganze Wachpersonal verfügt über eine Ausbildung zum Erdbaumaschinenführer. Einmal im Jahr erhalten die Feuerwehrleute eine technische Unterweisung an den Geräten. Seit fünf Jahren sind sie dazu bei Cemex zu Gast. Der richtige Umgang und die Sicherheit stehen bei dieser Pflichtaufgabe gleichermaßen im Vordergrund.

Vier Stationen mit Arbeitsaufträgen hatte Ausbilder Jörg Ostländer eingerichtet, an denen zehn Kollegen den ganzen Tag über üben konnten. Mit dem Teleskoplader "Manitou" sollten die Einsatzkräfte eine Rampe anlegen, um im Einsatzfall einen Zugang zur Schadenstelle zu schaffen. Das Fahrzeug besitzt bereits ein Eigengewicht von 6,8 Tonnen und kann bis zu 2,8 Tonnen Ladung in der Schaufel aufnehmen.

"Darum müssen wir auf die Grenzpunkte der Maschine achten, sonst kippt sie nach hinten oder zur Seite um", sagte Markus Hucklenbroich. "Zudem muss bei einem solchen Eigengewicht auf den Untergrund geachtet werden", ergänzte Ausbilder Ostländer. Mit dem klassischen Radlader sollten die Teilnehmer der Schulung einen Weg durch einen Erdhügel freischaufeln. Damit sich die schweren Fahrzeuge der Feuerwehr nicht festfahren, musste der Boden mit der Unterseite der Schaufel durch mehrfaches Vor- und Zurückfahren planiert werden.

"Bei solchen Aufgaben ist es wichtig, beim Rückwärtsfahren immer nach hinten zu schauen. Viele Leute kürzen gerne ab und gehen dicht am Fahrzeug vorbei. Die Maschine ist aber so laut und der Boden so uneben, der Fahrer würde sonst gar nicht mitbekommen, wenn jemand unter das Fahrzeug gerät", warnte Jörg Ostländer.

An der dritten Station baggerte Dirk Kiefer mit einem Mini-Bagger derweil ein Loch aus, zum Beispiel um eine Gasleitung freizulegen. Bei einer Gasausströmung in Stockum im November 2010 arbeiteten die Feuerwehrkräfte mit dem Bagger unter Atemschutz. Die Maschine gehört nicht zum festen Bestand der Feuerwehr Düsseldorf, sondern wird im Notfall geordert. Sonst nutzt sie für solche Aufgaben einen Containerwagen, der auch mit einem Ladekran ausgestattet ist.

Dieser kam an Station Nummer vier zum Einsatz. Für diese Übungsaufgabe war besonderes Feingefühl gefordert: Per Fernbedienung steuerte der Feuerwehrmann den Zwei-Schalen-Greifer, um ein in Breite und Tiefe vorgegebenes Loch auszuheben. Vor genau einem Jahr konnte auf diese Weise ein Hund am Niederkassler Deich aus einem Fuchsbau gerettet werden.

(stef)