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Kaarst: Bärbel Höhn zu Gast in Kaarst

Kaarst : Bärbel Höhn zu Gast in Kaarst

Zum Jubiläum – 30 Jahre Grüne in Kaarst – kam jetzt Polit-Prominenz in den "Grünen Salon": Bärbel Höhn gab sich am Mittwochabend im Kunstcafé "EinBlick" besonnen, bescheiden und nach allen Seiten offen und erntete dafür zum Schluss großen Applaus.

Zum Jubiläum — 30 Jahre Grüne in Kaarst — kam jetzt Polit-Prominenz in den "Grünen Salon": Bärbel Höhn gab sich am Mittwochabend im Kunstcafé "EinBlick" besonnen, bescheiden und nach allen Seiten offen und erntete dafür zum Schluss großen Applaus.

Beifall hatte sich aber auch ihre Interviewerin verdient: Die 17 Jahre alte Marie Kirschstein von der Grünen Jugend stellte völlig unbekümmert interessante Fragen.

"Was würden Sie sagen, wenn Ihre Enkelkinder in die Junge Union eintreten würden?", wollte Kirschstein wissen. "Wir würden es akzeptieren, weil wir sie lieben", lautete die Antwort der früheren Umweltministerin. Christian Gaumitz hakte zum Schluss nach, ob denn die SPD als Koaltionspartnerin auf Landes- und Bundesebene die einzige Option sei. Bärbel Höhn, heute stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, gab zu verstehen, dass die Koalitionsfrage rein inhaltlich beantwortet werden müsse. Was sie von den Kaarster Grünen wisse? "Dass hier immer kontinuierlich gearbeitet, dass die Sachen professionell angepackt werden", fiel dem prominenten Gast ein. Und noch etwas: "Dass Ihr mit der Übermacht der CDU geschlagen seid." Höhn machte an anderer Stelle aber auch deutlich, dass roter "Filz" genauso schlimm sei wie schwarzer. Die bevorstehenden Neuwahlen in NRW sieht sie gelassen: Zwar sei die Piratenpartei — "die sind ähnlich unkonventionell wie wir damals — durchaus eine Konkurrenz. Trotzdem werde es für Rot-Grün reichen. 15 Prozent der Stimmen sei für ihre Partei ein "Riesenerfolg". Den Status einer Volkspartei, die Bärbel Höhn mit einem schwerfälligen Tanker verglich, sollten die Grünen nicht anstreben, hieß es.

"Sagen Sie in der Öffentlichkeit immer die Wahrheit?", wollte Marie Kirschstein wissen. "Ihre Kinder werden hier noch Fußball spielen", hatte Bärbel Höhn einst einer Bewohnerin von Alt-Garzweiler gesagt. Politiker, so Höhn, müssten zwar ehrlich sein, dürften den Menschen aber nicht den Mut nehmen, für Ziele zu kämpfen.

(NGZ)