Ausstellung „Sehensagen“ in Kaarst mit Andrea Radermacher-Mennicken und Marianne Reiners-Maaz

Ausstellung „Sehensagen“ in Kaarst : Riesige Schlafmasken und Pelz-Schläuche

Seit Sonntag kann in der Galerie Splettstößer die Ausstellung „Sehensagen“ bestaunt werden.Was als erstes ins Auge fällt? Eine riesige Schlafmaske in Rosa.

Andrea Radermacher-Mennicken und Marianne Reiners-Maaz sind „Wiederholungstäterinnen“: Sie stellten bereits in der Galerie Splettstößer aus. Jetzt präsentieren sie eine ebenso erfrischende wie facettenreiche Ausstellung, die sie mit „Sehensagen“ betitelten.

Andrea Radermacher-Mennicken lebt und arbeitet in Belgien. Sie ist mit Druckgrafik, Fotografie und Objekten vertreten. Ihre Exponate sollen zum Nachdenken anregen. Als erstes fällt die monumentale Arbeit ins Auge, eine riesige Schlafmaske in Rosa als Symbol dafür, dass einem gerade nicht nach verbaler Kommunikation zumute ist. „Kommunikation ist ein großes Thema für mich“, sagt die 55-Jährige.

„Sexy“ steht auf einem Tablet mit Gebrauchsspuren. Mit Objekten wie diesem prangert die Künstlerin Trends an wie den, sich bedienen zu lassen, andere auszunutzen, immer nur nach einem Schnäppchen Ausschau zu halten. Bild und Objekt kombiniert die Künstlerin auch schon mal. Ein Beispiel ist der Athlet, der einen Stein wirft, der mit Perlen besetzt ist – der Stein klebt neben dem Bild an der Wand. Zu den besonders witzigen Objekten gehören der Fahrradschlauch mit Pelzummantelung, die Brille mit drei Gläsern und die Telefone, denen offensichtlich die technische Ausstattung fehlt, um damit kommunizieren zu können.

Marianne Reiners-Maaz aus Viersen ist ihrem Thema „Gesichter“ treu geblieben, sie hat es jedoch variiert. Manche dieser Gesichter sind so reduziert, dass man sie als solche Kaum erkennen kann. Andere malte die Künstlerin mit Aquarellfarbe auf Steinpapier, half beim Trocknungsprozess mit dem Fön nach. Auch in ihrer Kunst steckt Nachdenklichkeit und leise Kritik: Die Gesichter, bestehend aus den Ziffern 0 und 1, wecken Assoziationen zu der immer größeren Bedeutung, den Computer in unserem Alltag haben. Die Ausstellung „Sehensagen“ ist noch bis zum 22. Juni zu sehen. Am 11. Juni bleibt die Galerie geschlossen.

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