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Kaarst: Auslandsjahr – so klappt's

Kaarst : Auslandsjahr – so klappt's

Patricia Ogger aus Kaarst hat ein halbes Jahr als Austauschschülerin in Oregon verbracht, Laura Chalk aus Amerika lebt für ein Jahr in Deutschland. Die beiden 16-Jährigen geben Tipps rund um den Aufenthalt in der Ferne.

Für ein Jahr ins Ausland gehen – für viele Jugendliche ist das ein großer Traum. Patricia Ogger aus Kaarst hatte Glück und durfte im vergangenen Jahr für sechs Monate nach Coos Bay, einer kleinen Stadt im amerikanischen Staat Oregon. Noch heute schwärmt sie davon: "Es war eine ganz tolle Zeit, die ich dort verbracht habe. Ich würde es jederzeit wieder tun und auch jedem dazu raten", erzählt die 16-Jährige, die momentan selbst eine Austauschschülerin aus Amerika für ein Jahr bei sich zu Besuch hat: Laura Chalk, ebenfalls 16 Jahre alt, wohnt seit November bei den Oggers und schwärmt in gutem Deutsch: "Ich liebe Deutschland!"

Keine Angst vor Heimweh

Die beiden Mädchen verstehen sich gut und haben aufgrund ihrer eigenen Erfahrung viele Tipps für Jugendliche, die ein Jahr im Ausland verbringen möchten. "Zunächst ist es ratsam, mit einer Organisation zu fahren", sagt Patricia Ogger. "Es gibt so viele Sachen, die man bedenken muss, und die Organisation nimmt einem vieles ab." Sie selbst ist mit "AYUSA" gefahren. "Bei mir lief alles gut und man hat sich um den ganzen Papierkram gekümmert, zum Beispiel um ein Visum", erzählt die Schülerin. "Außerdem gab es eine Betreuung während des Flugs und auch vor Ort, so dass man immer einen Ansprechpartner im Land hatte. In Seminaren wurden wir bestens auf Amerika und das Leben in einer Gastfamilie vorbereitet", berichtet Ogger.

Ein Dreivierteljahr sollte man für die Planung eines solchen Auslandstrips einrechnen, "wenn man sich um ein Stipendium bewirbt noch mehr", sagt Chalk. Die Amerikanerin kam mit dem "Congress-Bundestag Youth Exchange" (CBYX) Stipendium, gefördert durch den Verein "International Partnership", nach Deutschland. "Ganz wichtig ist es auch, vorher genau mit der Schule abzusprechen, welche Fächer man im anderen Land belegen muss, um das Schuljahr nicht wiederholen zu müssen", erklärt sie. "Außerdem ist es einfacher, sich im fremden Land zu akklimatisieren, wenn man keine Erwartungen an die Gastfamilie und das Jahr hat – es einfach auf sich zukommen lässt."

Angst vor allzu großem Heimweh muss man übrigens nicht haben, sagen beide Mädchen. "Man hat einfach so viele Sachen zu tun dort und man lernt so viele tolle Menschen kennen, dass man kaum an zu Hause denkt, geschweige denn, es richtig vermisst", erzählt Ogger. Dass man wegen des "Turbo-Abiturs" in Deutschland auf ein Auslandsjahr verzichten muss, sieht sie nicht so. "Man sollte sich darauf einstellen, dass man in dem Fall wirklich das Schuljahr wiederholt, um den Stoff tatsächlich mitzubekommen. Aber das würde ich auf jeden Fall machen, denn ein Jahr weg von zu Hause zu sein, lässt einen fürs Leben lernen", sagt die 16-Jährige.

(NGZ)