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Ferdinand Nilgen stellt aus: Auf den Spuren des Diamanten der Stärke

Ferdinand Nilgen stellt aus : Auf den Spuren des Diamanten der Stärke

Die Produzentengalerie MaVis an der Alten Heerstraße 54, etwas versteckt neben der Spitzweg-Apotheke gelegen, sah wohl noch sie so "clean" aus wie zurzeit: Dort präsentiert nämlich mit Ferdinand Nilgen ein buddhistisch inspirierter Kaarster Künstler seine Arbeiten: Skalpell-Papier-Stiche von höchster Präzision, die allesamt vom Zen-Buddhismus erzählen. Ferdinand Nilgen stellt seine Skalpell-Papier-Stiche in Kaarst aus. -->

Die Produzentengalerie MaVis an der Alten Heerstraße 54, etwas versteckt neben der Spitzweg-Apotheke gelegen, sah wohl noch sie so "clean" aus wie zurzeit: Dort präsentiert nämlich mit Ferdinand Nilgen ein buddhistisch inspirierter Kaarster Künstler seine Arbeiten: Skalpell-Papier-Stiche von höchster Präzision, die allesamt vom Zen-Buddhismus erzählen. Ferdinand Nilgen stellt seine Skalpell-Papier-Stiche in Kaarst aus. -->

Die Ausstellung ist noch an den folgenden drei Samstagen, jeweils in der Zeit von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Die vier MaVis-Künstler sind immer schwer in Aktion, entsprechend "aufgewühlt" sieht es auch in ihrem Atelier aus. Jetzt ein komplett anderes Bild: Die Farbe Weiß dominiert plötzlich, der Duft von Räucherstäbchen liegt in der Luft, sphärische Klänge sind zu hören, der Minimalismus hat sich im Atelier breit gemacht.

Im Mittelpunkt steht der Gast: Ferdinand Nilgen zeigt jetzt nach Basel und Neuss in Kaarst zum dritten Mal seine künstlerischen Arbeiten. Um es vorweg zu nehmen: Der 59-Jährige, der hauptberuflich bis vor seinem Ruhestand als Energieanlagen-Elektroniker gearbeitet hatte, schuf keine neuen Zeichen und Symbole, er setzte sich mit den bestehenden auseinander. Kalligraphie - im alten China die ranghöchste künstlerische Ausdrucksform - war nicht sein Ding. Er griff zum Skalpell. Seine Skalpell-Papier-Stiche genügen seinem Anspruch. Ein falscher Stich - schon landet die Arbeit im Papierkorb, auch wenn der Schnitzer einem Außenstehenden gar nicht auffallen würde.

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Der Weg ist zu einem guten Teil schon das Ziel. Ferdinand Nilgen, der sich in Klöstern Asiens mit der Meditation vertraut machte, hat keine zitternden Hände: "Ich bin sehr ruhig geworden, Medidation und Zen-Buddhismus, mit denen ich mich seit fast 30 Jahren auseinandersetze, haben mich ruhig gemacht, mein ganzes Wesen beeinflusst." Auf den Laien wirken die kalligraphischen Schriftzeichen und Symbole exotisch und fremd. Ferdinand Nilgen scheint dies vorausgesehen zu haben. Er hat zu jedem Bild eine umfassende schriftliche Erklärung verfasst. Viele der Schriftzeichen erinnern an abstrakte Malerei, der Betrachter ist geneigt, seiner Phantasie freien Lauf zu lassen.

Da sind Formen zu sehen, die Dynamik verkörpern und immer wieder Symbole voller winziger Details - kein Wunder, dass während der Arbeit so manches Skalpell stumpf geworden war. Nilgen, der regelmäßig im japanischen Tempel in Düsseldorf-Niederkassel singt und meditiert, betrachtet bereits die Arbeit als meditativen Prozess. Er überträgt sich teilweise auch auf den Betrachter - vorausgesetzt, er lässt sich auf die für ihn möglicherweise fremde Welt ein. Dann lernt er unter anderem Vajra, den Diamanten der Stärke als Zeichen des Absoluten kennen sowie die acht Kostbarkeiten.

Eine davon ist die aus dem Schlamm emporsteigende Lotusblume als Symbol der Reinheit, eine andere der Knoten des unendlichen Lebens. Eine Art Ganzkörper-Röntgenbild aus buddhistischer Perspektive: Das Diagramm mit den sieben Chakras, Zentren subtiler oder feinstofflicher Energie im Astralkörper des Menschen, von den Füßen bis zum Gehirn. Jedes der Schriftzeichen hat seinen eigenen Klang, eine eigene Geschichte und Bedeutung, Charakter und Kraft. Es gilt als Spiegel der Seele des Künstlers. Wer eines der Bilder erwerben möchte: Die filigrane Handarbeit - Ferdinand Nilgen investierte bis zu 40 Stunden Zeit in ein Bild - ist mit Preisen ab 150 Mark durchaus erschwinglich. barni

(NGZ)