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Kaarst: Auf dem Weg zur barrierefreien Stadt

Kaarst : Auf dem Weg zur barrierefreien Stadt

Langfristiges Ziel ist es, in Kaarst alle Hindernisse aus dem Weg zu schaffen – für ältere Menschen mit Rollatoren und Rollstühlen zum Beispiel. Der Arbeitskreis Seniorenpolitik soll sich jetzt mit dem Thema befassen. Die Grünen wünschen sich ein Gegenstück zur Konzeption "Neuss barrierefrei".

Der Arbeitskreis Seniorenpolitik wird sich künftig unter anderem auch mit Kinderwagen befassen müssen. Der Grund: Der Sozialausschuss überwies das Thema "Barrierefreiheit" jetzt einstimmig an dieses Gremium. Auslöser war ein Antrag der Grünen, die möchten, dass in Kaarst ein Gegenstück zur Konzeption "Neuss barrierefrei" entwickelt und umgesetzt wird. Ein Signet mit einem schwarzumrandeten Pfeil auf gelbem Grund markiert in der Nachbarstadt seit August vergangenen Jahres ein behindertengerechtes Ziel – egal, ob Geschäft, Restaurant, Praxis oder öffentliches Gebäude.

Zeitaufschub

Mit dem Schild "Kaarst barrierefrei" an möglichst vielen Orten sei die Stadt weiterhin auf einem guten Weg zur "Stadt für alle", ist in dem Antrag der Grünen zu lesen. Marianne Michael möchte, dass die Stadt so wenig Arbeit wie möglich mit der Umsetzung dieses Ziels hat: "Sie müsste nur die Vergabe des Signets prüfen und es ausgeben."

Die Verwaltung hatte um Zeitaufschub gebeten: "Wir werden das Thema aber nicht auf den St. Nimmerleinstag verschieben", versprach Sozialdezernent Heinz Dieter Vogt. Die eindeutige Einordnung des Aufgabengebiets "Behindertenangelegenheiten" in den Aufgabengliederungsplan der Stadt Kaarst stehe in naher Zukunft an. Erst danach könnten die organisatorischen und später auch die personellen Voraussetzungen geschaffen werden. Elisabeth Füsgen (CDU) machte einen Vorschlag, der auf breite Zustimmung stieß. Demnach soll das Thema in den Arbeitskreis Seniorenpolitik gegeben werden. Die Ausschussvorsitzende Dorothee Zillmer (CDU) hofft, dass sich die Mitglieder dieses Arbeitskreises der Thematik annehmen. Jürgen Steinmetz als allgemeiner Vertreter des Landrats legt Wert darauf, dass es zu einer kreiseinheitlichen Lösung kommt. Auch die Behindertenverbände müssten bei der Erarbeitung des Konzeptes beteiligt werden.

"Barrierefreiheit ist ein sehr ernstes Thema für uns", sagte der Technische Beigeordnete Manfred Meuter. Die Rathäuser in Kaarst und Büttgen sowie die Volkshochschule seien bereits behindertengerecht. Seit Jahren achte die Stadt bei Straßenerneuerungen auf Bordsteinabsenkungen, wie sie sich Mütter mit Kinderwagen sowie ältere Menschen mit Rollatoren oder Elektro-Rollstühlen wünschen. Meuter weiß, dass es noch viel zu tun gibt – und dass sehr viel Geld investiert werden muss. So hat die Stadt 16 Schulgebäude. Sie alle mit Aufzügen auszustatten, ist unter finanziellem Aspekt eine besonders große Herausforderung.

Bis alle Schulen und Kindergärten barrierefrei sind, muss behinderten Kindern mit organisatorischen Mitteln entgegengekommen werden, indem beispielsweise ein Klassenraum im Erdgeschoss genutzt wird.

(NGZ)