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Herbstausstellung in Städtischer Galerie in Büttgen: Angeregte Gespräche im Künstler-Café

Herbstausstellung in Städtischer Galerie in Büttgen : Angeregte Gespräche im Künstler-Café

Das vierte Künstler-Café in der Städtischen Galerie im Rathaus Büttgen bot den Gästen wieder die Chance, die Exponate in aller Ruhe zu betrachten und mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen. Dazu gab es Kaffee und Kuchen - viele der Ausstellenden nutzten am vergangenen Sonntag Nachmittag die Gelegenheit, mit interessierten Besuchern, aber auch mit Künstlerkollegen einen Plausch zu halten.

Künstler sind ja bekanntlich eigenwillige Persönlichkeiten: So wurde mitunter durchaus konträr diskutiert. Er hätte als guter Hobby-Bäcker bewundert werden können, aber Hans Köllges blieb bei der Wahrheit: "Ich habe den Kuchen gekauft." Egal, ob selbst gebacken oder in der Bäckerei erstanden - man ließ sich die süßen Kalorienbomben schmecken. Das auffallend kleine Grüppchen wurde zum Glück zu vorgerückter Stunde immer größer. Trotzdem herrschte bei weitem nicht der Andrang wie bei der Vernissage, und das war gut so: Vor den Exponaten war genug Platz für eine ausgiebige Betrachtung.

Im wahrsten Sinne des Wortes im Mittelpunkt stand die Raumplastik "Inflate to move" von Frank Schwiemann, der selber nicht anwesend war. Die Besucher hatten eine kindliche Freude daran zu sehen, wie sich die einzelnen Elemente, die an die Kapuzen der Klu-Klux-Clan-Leute erinnern, aufrichteten und wieder schlapp zu Boden fielen. Die Künstler sprachen nicht nur über ihre aktuellen Arbeiten und künftigen Projekte, es ging häufig um Alltägliches wie die Übertragung des Boxkampfes am Vortag. Hans Köllges gestand seine Vergangenheit als Boxer bei den "Pimpfen" - das ist lange her. Was Kulturbereichsleiter Udo Schmitz gegenüber der NGZ erzählte, war dagegen topaktuell: Die Bezirksregierung hat im Rahmen der Denkmalpflege einen ersten Bewilligungsbescheid über Zuschüsse für die Braunsmühle geschickt. Schmitz erntete Lob für die neue Kurzhaarfrisur - das wirke sehr dynamisch.

Burkhard Siemsen gehörte zu den wenigen Unzufriedenen und beschwerte sich: "Auf mir wird immer "rumgehackt." Sein Standpunkt: "Jeder, der die formalen Voraussetzungen erfüllt, sollte mit mindestens einer Arbeit vertreten sein dürfen." In diesem Jahr hatten erstmals drei Fremdjuroren entschieden, wer was zeigen darf. Sieben Kaarster Künstler waren abgelehnt worden, mehr als sonst hatten sich gar nicht erst beworben, gut zwei Dutzend stellen zurzeit ihre Exponate aus. Wird die Städtische Galerie im Büttgener Rathaus auch im kommenden Jahr wieder ein Treffpunkt für Kunstinteressierte werden? Es sieht ganz so aus: Christoph Claßen, im Fachbereich "Kultur" für Ausstellungen zuständig, gab gegenüber der NGZ zu verstehen, dass es in 2001 im Technischen Rathaus sechs Ausstellungen geben werde - eine weniger als in diesem Jahr. Die Kaarster Künstler stellen ab dem letzten Freitag im Oktober aus - es heißt ja schließlich auch Herbst- und nicht Winter-Ausstellung. barni