Kaarst: Amprion gerät unter Zeitdruck

Kaarst: Amprion gerät unter Zeitdruck

Nach Gespräch am Runden Tisch sieht Kaarst sich in seiner Position bestätigt.

Rund drei Stunden hat der Runde Tisch im Landtag zum Thema Standort des umstrittenen Doppelkonverters gestern gedauert. Teilgenommen haben an dem Treffen neben Staatssekretär Christoph Dammermann Vertreter der Städte Kaarst, Neuss, Willich und Meerbusch sowie der Bundesnetzagentur und des Unternehmens Amprion.

Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus äußerte sich zufrieden mit dem Ergebnis: "Wir haben gesehen, dass Amprion sich nicht über die Ziele der Raumordnung hinwegsetzen kann." Die Stadt Kaarst fühle sich in ihrer Position bestätigt. "Ob der Regionalrat zu einer Neubewertung der Dreiecksfläche kommt, bleibt abzuwarten. Amprion ist jetzt gefordert", so Nienhaus. Dem Netzbetreiber ist aufgegeben worden, bis zum dritten Quartal dieses Jahres darzulegen, wo die Trasse verläuft sowie alternative Standorte für den Konverter aufzeigen beziehungsweise die Standortwahl rechtssicher zu begründen. Beim Treffen in Düsseldorf habe das Unternehmen nochmals seine Prioritäten deutlich gemacht. "An erster Stelle steht die Dreiecksfläche, dann Osterath", berichtet Stadt-Sprecher Peter Böttner. "Amprion hat angekündigt, sich nun an den Regionalrat wenden zu wollen und ihn zu bitten, den Regionalplan zu ändern", sagt der Sprecher des NRW-Wirtschaftsministeriums Matthias Kietzmann, der von einem Gespräch in sachlicher Atmosphäre berichtet.

  • Meerbusch : Konverter: Amprion gerät unter Zeitdruck

Die SPD im Regionalrat hat gestern bereits in einer Mitteilung deutlich gemacht: "Sollte sich im Herbst die Kaarster Dreiecksfläche als geeignetster Standort für einen Konverter herausstellen sind wir bereit, die Restriktionen einer BSAB-Fläche aufzuheben und erneut durch die Verwaltung mit den Belangen der Energiewende abwägen zu lassen." Die Fraktion wolle einen Standort, der am weitesten von der reinen Wohnbebauung entfernt ist, heißt es weiter. Bei dem gestrigen Gespräch in Düsseldorf ist aber auch klar geworden: Sollte der Regionalplan tatsächlich geändert werden, würde dieses Verfahren rund zwei Jahre dauern. "Der Zeitdruck liegt bei Amprion", stellt Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus fest.

(NGZ)