Amprion favorisiert Konverter-Standort Osterath

Amprion will nach Osterath: Kaarst bleibt der Konverter wohl erspart

Amprion teilt mit, dass Osterath als Standort am besten geeignet ist. Doch bei der Stadt Kaarst ist von Freude keine Spur.

Überraschende Wende im Konverter-Streit! Osterath ist nun der favorisierte Standort für Amprion. Bisher hatte der Netzbetreiber immer hervorgehoben, an der Dreiecksfläche als Konverter-Standort festzuhalten. Osterath war der Plan B, die Notlösung, falls der Kaarster Standort weiter kiesgebunden bleiben sollte.

Das klingt mittlerweile anders: „Im Ergebnis schneidet der Standortbereich am südlichen Ortsrand von Osterath (2/II) am besten ab. Er hat keine vergleichbaren planungsrechtlichen Restriktionen wie die Dreiecksfläche Kaarst und hebt sich durch eine kurze Anbindungsleitung sowie den großen Abstand von circa 700 Meter zur geschlossenen Wohnbebauung von den anderen Standortbereichen ab“, heißt es in einem aktuellen Informationsschreiben von Amprion.

Die Dreiecksfläche in Kaarst sei aufgrund der Zielausweisung für Kiesabbau als nicht realisierbarer Standort dargelegt. Sie würde dann gleichwertig zum  Osterather Standort (2/II) aufrücken, wenn über ein Zielabweichungsverfahren die Zielausweisung für Kiesabbau aufgehoben würde. Dies müsste im Hinblick auf den Abschluss der gesamten Bundesfachplanung bis Mitte 2019 sehr kurzfristig erfolgen.

Diese Zielabweichung erfordert aber die Zustimmung des Regionalrats und der Stadt Kaarst. „Amprion setzt sich für eine einvernehmliche Lösung mit Kaarst ein“, teile das Unternehmen mit. Wenn ein Zielabweichungsverfahren nicht gelingt, will Amprion seine Planungen zum Konverterbau in Osterath fortsetzen.

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„Unsere schlimmsten Befürchtungen sind eingetreten. Kaarst kann sich entspannt zurück lehnen“, sagte die Meerbuscher SPD-Chefin Nicole Niederdellmann-Siemes im Hauptausschuss am Donnerstagabend.

Doch von Entspannung bei der Stadt Kaarst kann keine Rede sein. „In beiden Fällen ist die Stadt Kaarst betroffen und für beide Fälle gilt, dass die von verschiedenen Seiten vorgetragenen Fragen noch immer nicht beantwortet sind“, teilte Stadtsprecher Peter Böttner mit. Die Bundesnetzagentur habe sich „ohne weitere Prüfung dem Amprion-Standortgutachten angeschlossen und darauf basierend den Untersuchungsrahmen festgelegt“. Dagegen richtet sich die Kritik der Stadt Kaarst. Andere Standorte, die auch von den Bürgerinitiativen immer wieder vorgetragen werden, seien so nur noch theoretischer Natur. Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus setzt dennoch auf den Dialog: „Die Stadt wird weiterhin für die beste Lösung arbeiten und befürwortet eine konstruktive Kommunikation mit Amprion.“

Die „Initiative gegen den Doppelkonverter Osterath“ gibt sich kämpferisch. „Wir geben nicht auf!“, so die Konvertergegner, die sich ob der jüngsten Entwicklungen nicht überrascht zeigen. „Die Fläche in Osterath ist seit dem Sommer 2017 faktisch an Platz 1 gesetzt, denn der Kiesabbau auf der Dreiecksfläche hat immer noch Vorrang vor dem Netzausbau. Wir begrüßen aber, dass die Dreiecksfläche, die der Firma Amprion gehört, nicht schon bereits jetzt aus dem Verfahren herausgenommen wurde und hoffen weiterhin auf eine Änderung der landesplanerischen Zielsetzung.“

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