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Kaarst: Amateurfunker treffen sich in Kaarst

Kaarst : Amateurfunker treffen sich in Kaarst

Zum Flohmarkt in der Aula des Büchner-Gymnasiums kamen mehr als 200 Besucher. 24 Händler boten alles rund um das Hobby an, in das überwiegend Männer ihre Freizeit investieren. Kaarster Ortsverein hat nur ein weibliches Mitglied.

Die Mitglieder des Ortsverbands Kaarst des Deutschen Amateur-Radioclubs hatten nicht weniger als 90 Schultische herbeigeschafft. Die Mühen sollten sich lohnen, 24 Händler boten in der Aula des Georg-Büchner-Gymnasiums ihre Ware feil, es kamen mehr als 200 Besucher. Das Hobby "Amateurfunk" ist eine Männerdomäne, von den 30 Kaarster Vereinsmitgliedern ist nur eines eine Frau. Es fasziniert Menschen, die sich für Technik begeistern und die mit Gleichgesinnten Kontakte in aller Welt knüpfen können.

Es waren zum Teil schon recht ausgefallene Erscheinungen, die da im Schneckentempo an den Tischen vorbeigingen und nach Schnäppchen Ausschau hielten. Karl-Hubert Jacobs, der die Amateurfunkflohmärkte organisiert, spricht gar von einer "Freakshow" - in den USA sei dies noch extremer. Der Kaarster Verein bot wieder an, die US-Lizenz zu erwerben. Wozu das gut sei? "Segler in internationalen Gewässern wissen, dass die US-Lizenz dort eher akzeptiert wird als die deutsche", sagt Jacobs. Auch wer keine Fernreise plant, kann profitieren: "Man beweist sich selbst, dass man noch was kann, indem man hier die Prüfung macht", erklärt Jacobs. Und er weiß, dass man theoretisch mit Menschen in aller Welt über Funk kommunizieren kann, dass es aber nicht erwünscht ist, über politische Dinge zu sprechen. Die Kaarster Amateurfunker sind nicht ganz ohne Sorgen: Um an Nachwuchs zu kommen, würden sie gerne Arbeitsgemeinschaften in Schulen anbieten. Und dann sind da noch die Störungen des Funkverkehrs, hervorgerufen durch Billig-Elektronik. Empfänger mit schwachen Signalen sind deshalb zunehmend schwer zu erreichen.

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Karsten Schmidt aus Tönisvorst war am Samstag zum Frühaufsteher geworden, um sehr unterschiedliche Dinge zu verkaufen. Der 53-Jährige, der seit 1994 Amateurfunker ist, hatte schnell Baugruppen aus seinem PC verkauft, aber die Gitarre stand da wie festgewachsen. Uwe Pfaar aus Kaarst ist begeisterter Funkamateur und Drucker. Er bot jetzt Druckereierzeugnisse an, wie Funker sie brauchen. So etwa Reiselogbücher oder QSL-Karten, mit deren Versand Funkamateure einen erfolgreichen Empfang bestätigen. Und Hinweisschilder, die man von außen an der Türklinke befestigen kann: "Bitte Ruhe! Auf Sendung". Wie attraktiv die Tombola mit Preisen wie einem Funkgerät wieder war, merkte der Mann an der Kasse: Nicht wenige Besucher kauften zwei Eintrittskarten à drei Euro, um ihre Gewinnchancen zu verdoppeln.

(NGZ)