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Kaarst: Aktion gegen wildernde Hunde

Kaarst : Aktion gegen wildernde Hunde

In den Aufforstungen entlang der A 52 wird in letzter Zeit öfters Wild gesichtet. Jagdwächter Matthias Johnen will die Rehe vor frei laufenden Hunden schützen und hat Schilder aufgestellt. Die dienen ganz allgemein der Sicherheit.

Seit einigen Wochen bekommen Anwohner am Jungfernweg immer häufiger Besuch von Rehwild. Die scheuen Tiere wagen sich zwar nicht nahe an die Bebauung heran, fühlen sich aber gegenüber in den neuen Aufforstungen entlang der Autobahn A 52 langsam heimisch. "Es ist ein wunderbarer Anblick und ich freue mich jedes Mal, wenn ich die Rehe grasen sehe", sagt Matthias Johnen.

Bisher hat er dort zwei Jungrehe entdeckt, außerdem wird eine Ricke mit Kitzen vermutet. Als Jagdwächter ist Johnen für dieses Revier zuständig und er möchte, dass das Rehwild langfristig bleibt. Denn für die Kulturlandschaft ist es in den neuen Aufforstungen durchaus nützlich. "Wenn es das Gehölz anknabbert, kann dieses sich dort neu verzweigen", erklärt er. Allerdings wird das Rehwild von frei laufenden Hunden immer wieder verjagt.

Johnen hat reagiert und Schilder mit der Aufforderung, die Hunde an der Leine zu halten und auf den Wegen zu bleiben, aufgestellt. Laut Landesforstgesetz dürfen Hunde außerhalb von Waldwegen nicht frei laufen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass sie auf den Wegen zwar unangeleint geführt werden dürfen, Besitzer ihre Hunde aber weiterhin kontrollieren müssen. Bekanntermaßen hält sich nicht jeder Halter daran. Matthias Johnen spricht sie daraufhin an.

"Die Reaktionen sind unterschiedlich. Viele zeigen Verständnis, andere drehen mir einfach den Rücken zu", sagt er. Theoretisch könnte er jedes Fehlverhalten anzeigen, aber: "Wir wollen doch friedlich miteinander umgehen. Ich möchte einfach Verständnis wecken". Seine angebrachten Hinweise wurden zuletzt sogar abgerissen. Deshalb hat Matthias Johnen nun erst einmal fünf feste Schilder anfertigen lassen.

Schließlich warnt der Jagdwächter nicht nur zum Schutz der Rehe, die auf der Flucht schnell Richtung Autobahn laufen. "Rehwild hinterlässt eine Duftspur, die für Hunde unwiderstehlich ist", erklärt Johnen. "Wenn der Hund dem Duft folgt, rennt er auch schnell auf die Autobahn." Denn diese ist gerade einmal 100 Meter entfernt, und der Zugang aus dem Wald auf die Straße ist frei.

Zu Wildunfällen ist es in dem Bereich der Autobahn bereits gekommen. "Im April musste ich zwei tote Rehe von der Fahrbahn holen. Und ich weiß, dass auch schon Hunde auf der Autobahn gesehen wurden", so Johnen. Abhilfe könnte die Einzäunung auf beiden Seiten der Straße schaffen. Eine Anfrage an den Landschaftsverband Rheinland hat er bereits gestellt. "Man hat mir zwar bestätigt, dass dieses Problem den Bereich der Autobahn betrifft. Aber Weiteres habe ich noch nicht gehört", sagt er.

(NGZ)