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Kaarst: Acht Verletzte nach Brand in Holzbüttgen

Kaarst : Acht Verletzte nach Brand in Holzbüttgen

In einem Hochhaus in Holzbüttgen hat es Donnerstag gebrannt. Das Feuer breitete sich in einer vermüllten Messie-Wohnung aus.

Ein Wohnungsbrand hat gestern Nachmittag für einen Großeinsatz der Kaarster Feuerwehr am Ortseingang von Holzbüttgen gesorgt. Gegen 14.15 Uhr wurden die Einsatzkräfte zu einem Mehrfamilienhaus an der Königsstraße gerufen. Schwarzer Qualm stieg aus einer Wohnung im ersten Obergeschoss hervor.

Die Kaarster Löschzüge waren mit rund 40 Einsatzkräften zu dem Brand in Holzbüttgen angerückt. Das Feuer war in einer Messie-Wohnung ausgebrochen. Der Müll stand dort so hoch, dass sich der Feuerwehrmann, der die Wohnung als Erster betrat, das Knie verdrehte. Foto: Lothar berns

Schon vor dem Eintreffen der Feuerwehrleute hatten Polizeibeamte den 77-jährigen Bewohner aus der Wohnung retten können. Der Senior hatte geschlafen, als das Feuer ausbrach. Bei ihm wurde eine schwere Rauchvergiftung diagnostiziert. Ein Rettungshubschrauber flog den Mann in die Uni-Klinik Düsseldorf, wo er in einer Überdruckkammer behandelt wurde.

Beide Kaarster Löschzüge waren mit rund 40 Kräften im Einsatz, außerdem erhielten sie Unterstützung vom Löschzug Neuss-Stadtmitte mit zwölf Feuerwehrleuten. Für die Rufbereitschaft wurde der Löschzug Osterath hinzugezogen. Drei Angriffstrupps rückten unter Atemschutz sowohl durch das Treppenhaus als auch durch das Fenster der betroffenen Wohnung vor. "Der Zugang war besonders schwer, weil es sich dabei um eine Messie-Wohnung handelt", sagt Stadtbrandmeister und Einsatzleiter Herbert Palmen. Der Müll habe so hoch gelegen, dass sich der Feuerwehrmann, der die Wohnung als Erster betrat, das Knie dabei verdrehte.

Die übrigen Bewohner konnten das Hochhaus selbstständig verlassen. Die Rauchmelder im Treppenhaus warnten sie vor der Gefahr. "Wenn irgendwo ein Rauchmelder warnt, gehen automatisch alle anderen an", sagte Philipp Stengel. Der Handwerker war gerade erst nach Hause gekommen, musste aus dem vierten Stock durch das Treppenhaus ins Freie flüchten. "Es war zu diesem Zeitpunkt schon sehr verraucht", berichtete er.

Rund 50 Menschen sind in dem Mehrfamilienhaus gemeldet, mehr als 30 Nachbarn traf Philipp Stengel zu diesem Zeitpunkt an. Die Sanitätsdienste betreuten insgesamt 17 verletzte Erwachsene, ein Kleinkind musste ärztlich versorgt werden. Für die Einsatzzeit blieb die Bismarckstraße vom Ortseingang Holzbüttgen bis zur Tankstelle gesperrt. Die Brandursache ist bisher ungeklärt, die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen. Weil bei einigen umliegenden Wohnungen Fenster auf Kippe standen, wurden sie durch Rauch in Mitleidenschaft gezogen und mussten von der Feuerwehr kontrolliert werden.

(stef)