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Kaarst: Abstrakte Landschaft in poppiger Farbe

Kaarst : Abstrakte Landschaft in poppiger Farbe

Der spanische Künstler Oskar Bento zeigt in der Galerie Fries neue Bilder und zum ersten Mal auch Skulpturen.

Die Galerie Fries existiert jetzt seit 15 Jahren. Und von Anfang an vertritt die auf spanische Kunst spezialisierte Galerie den Künstler Oscar Bento. In seiner jüngsten Ausstellung überrascht der 62-Jährige, mit seinen neuen Arbeiten: Bei seiner Malerei beweist er erheblich mehr Mut zur Farbe, außerdem präsentiert er erstmals Skulpturen.

Oscar Bento ist ein erfolgreicher Künstler in Spanien. Dabei kamen dem Betrachter seine Bilder nie wirklich spanisch vor: Sein Markenzeichen waren von horizontalen Linien geprägte Landschaften ohne schmückendes Beiwerk - fast meditative Bilder, die eine enorme Ruhe ausstrahlten. Strand, Meer und Horizont verschmolzen zumeist zu einer Einheit, die Farben waren gedeckt. Jetzt hat sich Vieles geändert: Oscar Bento ist den abstrakten Landschaften zwar treu geblieben, aber er scheut nicht vor poppigen Farben zurück — vor kurzem noch undenkbar.

Orangerot und Limonengelb sind seine Landschaftsimpressionen jetzt. Sie haben Namen wie "Das Zitronenmeer", "Das Olivenmeer" oder "Das Kirschmeer". Auf die monochrome Farbfläche hat er nachträglich dünne weiße Linien horizontale Linien aufgetragen, die das Bild auflockern, Horizonte gerade noch so eben erkennbar werden lassen. Einige kleinformatige Landschaftsimpressionen sind ein wenig gegenständlicher ausgefallen aus früher üblich: Da schäumen Wellen auf, brechen das Schema der Aneinanderreihung von horizontalen Farbschichten auf. Ganz neu: die Skulpturen von Oscar Bento.

Beim Vernissage-Publikum kamen sie sehr gut an. Dafür gibt es Gründe: Bento bevorzugt schlichte, organische Formen, die den Betrachter animieren, das Objekt zu berühren. Die Skulpturen sind zwar als Handschmeichler eindeutig zu groß, aber sie schmeicheln auch dem Auge des Betrachters: Die harmonische Formgebung ist ein durchgängiges Merkmal — egal, ob es sich um aufs Äußerste reduzierte Segelboote oder Tiere oder Menschen in einer Paarbeziehung handelt, wobei der Stier eindeutig im Vordergrund steht.

Anders als die Stiere von Carlos Mata, die in der Galerie von Stefan W. Fries ebenfalls zu haben sind, weisen die Bento-Stiere glatte Oberflächen auf und in sich geschlossene Formen. Erstaunlich, mit welch reduzierten Formen Oscar Bento seinen Skulpturen Ausdruckskraft verleiht — Distanz, Vertrautheit, das sind die beiden Themen bei seinen Paaren. Edelstahl und Bronze sind die bevorzugten Materialien. Die Skulpturen aus Cortenstahl mit dem kontrollierten Rostansatz sind besonders für den Außenbereich geeignet.

-Die Ausstellung an der Düsselstraße 21 im Hause von Holler, Kippes und Partner ist noch bis zum 30. November geöffnet.

(NGZ/rl)